Das Bremer Team erholte sich in der Folge vom Schock des frühen 0:2-Rückstandes und erarbeitete sich gegen die weiterhin spielerisch überlegene Bundesliga-Reserve aus Potsdam wenige, aber dafür gute Torchancen. Die beste Gelegenheit der ersten Hälfte eröffnete sich den Werderanerinnen kurz vor der Pause, als die eigentlich einschussbereite Katharina Haar im Strafraum noch einmal auf Nahrin Uyar ablegen wollte, was aber misslang (42.).
In der zweiten Halbzeit kamen die Grün-Weißen zunehmend besser ins Spiel und präsentierten sich in der Defensive bissiger sowie mutiger im Spiel nach vorne. Gerade eingewechselt, umkurvte Nabwire Omondi mit ihrem ersten Ballkontakt zwei Gegenspielerinnen und legte - ähnlich wir Haar in der ersten Hälfte - aus sehr guter Position ab. Die ebenfalls eingewechselte Christin Chairsell brachte jedoch nicht genug Power hinter den Ball, so dass die Großchance ungenutzt blieb (72.).
Schlussoffensive nicht mit einem Punkt belohnt
Die beste Gelegenheit der Gastgeberinnern vereitelte Torhüterin Martens in der 75. Minute, als sie den Winkel geschickt verkürzte. Daraufhin verstärkten wiederum die Bremerinnen ihre Angriffsbemühungen. Brüggemann setzte in der 77. Minute alles auf eine Karte und brachte Ann-Christin Bopp für Katharina Haar und stellte Lisa Scholz auf die Zehner-Position. Schnell wurde der Mut der Werder-Trainerin belohnt: Nabwire Omondi erkämpfte sich den Ball im Mittelfeld und legte auf Uyar ab, deren Schuss vom Innenpfosten ins Tor flog (82.).
Die Schlussphase gehörte nun den Grün-Weißen, doch zu viele gute Gelegenheiten wurden schon im Spielaufbau vertan. Drei Minuten vor dem Ende hatte Scholz im Strafraum den Ausgleich auf dem Fuß, spielte jedoch zu uneigennützig ab, so dass der Dreier für Turbine Potsdam II nicht mehr in Gefahr geriet.
Trainerin Birte Brüggemann zeigte sich mit der gegenüber der Vorwoche stark verbesserten Leistung ihrer Mannschaft zufrieden: „Wir haben uns rehabilitiert, mit etwas mehr Glück hätten wir hier sogar einen Punkt mitnehmen können. Vor dem Tor hätten wir in mehreren Situationen egoistischer sein müssen, daran arbeiten wir. Man hat gesehen, dass in dieser Liga jede Mannschaft besiegt werden kann und wenn wir aus unseren Fehlern lernen, werden wir auch bald die Ernte bald einfahren.“ In der nächsten Woche trifft Werder, das nach sieben Spieltagen auf dem vorletzten Tabellenplatz steht, auf den Magdeburger FFC. „Es sind noch 45 Punkte zu vergeben, davon müssen wir sicherlich noch einige holen. Auch da uns mit Jessica Golebiewski, Maren Wallenhorst und Lea Notthoff drei Leistungsträgerinnen bald wieder zur Verfügung stehen, bin ich optimistisch, dass wir das schaffen“, so Brüggemann weiter.
Christoph Muxfeldt
1. FFC Turbine Potsdam II: Sarholz, Brosius, Ulbrich (46. Wiegand), Schlanke, Demann, Schödel (63. Bast), Schiewe, Cramer, Starke, Timme (60. Fechner), Klemme
Werder Bremen: Martens – Steinsträter, Holsten, Scholz, William – Mauckisch, Kersting, Krämer (71. Nabwire Omondi), König (46. Chairsell), Haar (77. Bopp) – Uyar
Tore: 1:0 Schlanke (3.), 2:0 Schödel (8.), 2:1 Uyar (82.)
Gelbe Karten: -
Schiedsrichterin: Imke Meinerling (Hamburg)
Stadion „Sportforum Waldstadt“: 111 Zuschauer