Holsten: "Hoffen auf noch mehr Fans in der 2. Bundesliga"

Kapitänin Josefine Holsten hat das Spiel als Innenverteidigerin meist vor sich.
Frauen
Mittwoch, 23.09.2009 / 15:24 Uhr

Die 21-jährige Kapitänin Josefine Holsten im Interview mit WERDER.DE nach dem ersten Spieltag in der 2. Bundesliga, vor dem ersten Heimspiel am Sonntag, um 14 Uhr, auf Platz 12 am Weser-Stadion gegen ihr Ex-Team Haburger SV II und über das DFB-Pokallos für die zweite Runde.

 

 

Josefine, du hast am letzten Sonntag erstmals eine Mannschaft von Werder Bremen in ein Spiel der 2. Bundesliga der Frauen geführt. Wie war der 1. Spieltag, der fast zwei Monate Vorbereitung beendete.

Die Bilanz fällt zweigeteilt aus. Wir haben unser Ziel nicht erreicht, mindestens einen Punkt mitzunehmen. Dass wir verloren haben, ärgert uns natürlich, aber wir haben auch viel Positives aus Oldesloe mitgebracht. Wir haben die Bestätigung, dass wir in dieser Liga mitspielen können, jetzt müssen wir daraus Selbstvertrauen tanken und ein bisschen frecher vor dem Tor werden und uns für unsere Leistung auch belohnen. Man merkt uns an, dass wir uns freuen, dass es jetzt endlich um Punkte geht.

 

Könnt ihr das schon am Wochenende, in eurem ersten Bundesliga-Heimspiel umsetzen? Es kommt ja gleich zum Nordderby gegen die zweite Mannschaft des HSV, von der du vor einem Jahr zu Werder gewechselt bist?

Mit dem HSV habe ich meine Bundesliga-Premiere erlebt und dort meine ersten vier Spiele gemacht. Uns erwartet eine schwere Aufgabe. Einerseits sind sie zwar Ausbildungsmannschaft für das Erstliga-Team, aber neben der handvoll Talenten, die Perspektive für die erste Mannschaft haben, besitzen sie einen Kern von Spielerinnen, die über Jahre eingespielt sind.

 

Kennst du noch viele Spielerinnen aus deinem ehemaligen Team? Auf wen, darf man besonders gespannt sein?

Einige von damals sind bereits in die erste Mannschaft hochgerutscht. Aufpassen müssen wir sicherlich auf die gefährlichste Angreiferin des HSV, Kathrin Patzke. Sie hätte das Zeug für die erste Liga, spielt aber aus beruflichen Gründen in der Zweiten. Dort sorgt sie seit Jahren für sehr viele Tore. Sie ist die gefährlichste Angreiferin. Auch am ersten Spieltag hat sie schon wieder getroffen. Torhüterin Jennifer Weber kenne ich auch noch. Und noch ein paar andere Mädchen und die Trainerin. Ich bin natürlich sehr motiviert. Gegen den alten Verein will man sich doch immer so teuer wie möglich verkaufen.

 

Wie groß sind die Chancen, eure ersten Punkte einzufahren?

Das ist auch nach den Ergebnissen des ersten Spieltages nur sehr schwer einzuschätzen. Wir müssen an unsere kämpferische Leistung von Oldesloe anknüpfen und dann mit dem Heimvorteil im Rücken auch Zählbares erreichen. Wir müssen konsequenter aufs Toreschießen aus sein. Wir haben doch als Aufsteiger nichts zu verlieren. Das ist der Unterschied zu den Vorjahren und diese Lockerheit müssen wir auf den Platz mitnehmen.

 

Aus „Platz 12“ am Weser-Stadion ist inzwischen eine kleine, feine Sportanlage mit überdachten Sitzplätzen geworden. Freust du dich auf die Rückkehr auf eure Heimstätte?

Auf die Atmosphäre sind wir alle sehr gespannt. Wir spielen ja erstmals seit fast vier Monaten wieder dort. Ende Mai war die Liga beendet, dass kam die lange Sommerpause und die Vorbereitung, in der wir kein Testspiel zu Hause bestritten haben. Im Vergleich zur Regionalliga wird einiges anders sein, die ganze Organisation soll professioneller ablaufen, wir haben eine richtige Kasse, Ballmädchen, einen festen Stadionsprecher und vielleicht auch noch ein paar interessierte Zuschauer mehr. Jeder Heimspieltag wird etwas Besonderes.

 

Etwas Besonderes ist auch die Auslosung für die zweite DFB-Pokal-Runde. Ihr müsst mitten in der Woche, am 14. Oktober, nach Hohen Neuendorf bei Berlin reisen. Ausgerechnet gegen das Zweitligateam, gegen das euch letztes Jahr im Heimspiel die große Überraschung gelang.

Das ist schon sehr weit, ein regionales Derby gegen einen Nordklub wäre auch schön gewesen, aber trotzdem freue ich mich darauf. Für solche Reisen mit der Mannschaft, spielt man doch Fußball. Ich hoffe, dass nicht so viele Teamkolleginnen wegen ihrer Arbeit passen müssen. Sollten wir aus dem Vollen schöpfen können, hätten wir eine Chance ins Achtelfinale einzuziehen und das wäre riesig. Aber der Gegner hat natürlich noch eine Rechnung mit uns offen und wird uns das sehr schwer machen. Auf jeden Fall ist es nicht so aussichtslos wie letztes Jahr, als wir gegen den späteren Pokalsieger und Europapokalsieger FCR Duisburg ran durften.

 

Kurios ist, dass ihr die gleiche Reise nach Hohen Neuendorf schon zehn Tage vorher in der 2. Bundesliga macht?

Das ist doch nicht schlecht, so kennen wir dort schon alles: Gegner, Platz, Anfahrtsweg.

 

Für einen Sieg würdet ihr fast sicher mit einem richtigen Knaller-Spiel gegen einen Bundesligisten belohnt.

Das ist eine riesige Motivation. Wir sind ja realistisch genug, dass der Titel unter den großen Teams ausgemacht wird, man konnte ja jetzt schon in den Lostopf schauen und musste feststellen, dass wir mit einem Liga-Konkurrenten auf Augenhöhe fast das leichteste Los erwischt haben. Wer von uns weiterkommt, wird eine namhafte Mannschaft zugelost bekommen. Und wer die Partie gegen Duisburg vor 800 Zuschauern letztes Jahr erlebt hat, der will bei so etwas wieder dabei sein, auch wenn wir mit dem 1:10 richtig Lehrgeld bezahlen mussten. Dem Frauenfußball in Bremen hat das gut getan.

 

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