"Mini-Chance auf die Sensation nutzen!"

Duell ums DFB-Pokal-Halbfinale
Frauen
Mittwoch, 11.12.2013 / 11:02 Uhr

Kerstin Garefrekes hat so ziemlich alles gewonnen was man im Frauenfußball erreichen kann. Die zweifache Welt- und Europameisterin besitzt neben einer olympischen Bronzemedaille gleich mehrere Titel: den UEFA Womens-Cup, 3 Deutsche Meisterschaften und 3 DFB-Pokale.

Auch Werders Spielführerin Stephanie Goddard konnte in ihrer noch jungen Karriere einige Erfolge feiern: Sie holte den UEFA-Pokal 2009, den DFB-Pokal 2009, wurde U 19-Europameisterin. Darüber hinaus bestritt Werders Fußballerin in der 1. Bundesliga 41 Spiele und erzielte 14 Tore.

Kerstin Garefrekes (34) und Stephanie Goddard (25) treffen am kommenden Sonntag, 15.12.2013, um 13 Uhr im Stadion „Platz 11" am Weser-Stadion aufeinander. Im Viertelfinale des DFB-Pokals ist der Bundesliga-Tabellenführer 1. FFC Frankfurt beim SV Werder Bremen zu Gast. Beide Spielerinnen tragen die Kapitänsbinde. Beide wollen ins Halbfinale. Beide sprachen vor der Partie mit Bremer Medienvertretern. Auch WERDER.DE war dabei.

Stephanie, im letzten Spiel nutzte die Mannschaft eine 2:0-Führung in Gütersloh nicht und verlor letztendlich mit 2:4 die Partie. Kann diese Niederlage negative Auswirkungen haben?

Goddard: Das Spiel in Gütersloh hätten wir nicht verlieren dürfen, das war ein heftiger Schlag für uns. Solche Dinge können aber passieren, wenn man den Sack nicht zu macht. Wichtig ist, dass wir das Spiel abhaken und uns auf das DFB-Pokal-Duell konzentrieren.

Nach der Auslosung haben sie gesagt: „Ein besseres Los gibt's nicht!" Gilt das immer noch? Die Chancen auf das Halbfinale sind minimal?

Goddard: Natürlich! Im Prinzip war für uns wichtig, dass wir ein Heimspiel bekommen. Wir sind so weit gekommen, da ist es fast schon egal ist, was jetzt passiert. Alle gehen davon aus, dass wir in dieser Runde ausscheiden. Deshalb ist ein Heimspiel gegen einen so starken Gegner perfekt. Damit können wir für den Frauenfußball ein bisschen Werbung machen, was sicherlich nicht ganz unwichtig ist! Wer will schon nach Freiburg oder Sand fahren um dort knapp mit 0:1 zu unterliegen? Da spiele ich lieber Zuhause und biete unseren Fans ein Mega-Event.

Wer von ihnen weiß eigentlich mehr über ihren Pokalgegner?

Garefrekes: Ich weiß nicht viel, um ehrlich zu sein. Wir haben in der vergangenen Woche den Fokus auf das Bundesliga-Spiel bei Turbine Potsdam gelegt und werden uns jetzt auf das Pokal-Spiel in Bremen konzentrieren.

Goddard: Nun, der 1. FFC Frankfurt gehört seit Jahren zu den besten Frauenmannschaften in Deutschland. Die Mannschaft ist sehr stark und hat zahlreiche Nationalspielerinnen wie Celia Sasic, Bianca Schmidt, Lira Alushi oder Simone Laudehr in ihren Reihen, mit denen ich vor mehreren Jahren in Duisburg zusammen Fußball gespielt habe.

Kerstin, kann man als Favorit nicht einfach herkommen und den Gegner vom Platz fegen?

Garefrekes: Nein. Diesen Fehler dürfen wir nicht machen. Jedes Spiel muss gespielt werden und wir nehmen die Partie gegen den SV Werder sehr ernst. Wir müssen mit vollem Engagement in die Partie gehen, denn die Mannschaften haben es nicht umsonst so weit geschafft.

Welche Taktik wird die Mannschaft am Sonntag anwenden um den 1. FFC Frankfurt aufzuhalten?

Goddard: Die Devise ist schon, möglichst wenig Gegentore zu bekommen. Gegen Frankfurt wird es aber ein besonderes Spiel, und wir haben nichts zu verlieren. Der Plan ist: Mauern und Kontern. Die minimale Chance vielleicht für die Sensation nutzen.

Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie denn?

Goddard: Also wenn 1000 kämen wäre das toll. Ich arbeite in Werders Callcenter, und sonst fragt keiner nach Karten für ein Spiel unserer Mannschaft. Nun haben wir täglich mindestens zwei, drei Anrufe. Die Resonanz für uns ist riesig.

Haben sie in Frankfurt einen festen Stamm an Zuschauern? Wie viele Fans kommen im Durchschnitt Woche für Woche?

Garefrekes: Ich denke schon, dass wir einen stabilen Zuschauerstamm haben, der uns bei jedem Spiel unterstützt. Außerdem sind wir es gewohnt vor vielen Menschen zu spielen. Der durchschnittliche Wert liegt bei 3000 Zuschauern, das ist schon eine beeindruckende Zuschauerkulisse.

Ist es dann komisch, wenn man nach Bremen kommt und vielleicht nur vor 500 Zuschauern spielt? Dabei ist man doch das Sechsfache gewohnt!

Garefrekes: Nein. Mit komisch hat das nichts zu tun. Das ist letztendlich auch nicht ausschlaggebend. Wir freuen uns enorm auf das Duell und wollen natürlich unser Bestes geben, um eine Runde weiter zu kommen. Ich denke, die Mannschaft wird sich darauf einstellen können, dass es in Bremen andere Rahmenbedingungen gibt, das ist kein Problem für uns.

Stephanie, vor fünf Jahren warst du selbst mit der damals besten deutschen Mannschaft, dem FCR Duisburg an der Weser zu Gast. Wie hat sich Werders Frauenfußball ihrer Meinung nach seitdem entwickelt?

Goddard: Das war ein ganz besonderes Jahr. Wir holten nicht nur die Champions League sondern auch den DFB-Pokal, aber auch im Kampf um die Meisterschaft waren wir bis zum Schluss oben mit dabei. Als wir im Pokal gegen Werder antraten, da dachten wir, wir seien bei einem Dorfverein gelandet. Denn wenn man aus der Bundesliga kommt und dann hier spielen soll, dann war da schon ein ziemlich großer Unterschied. Aber seitdem hat sich Werders Frauenfußball sehr stark entwickelt. Jetzt haben wir einen sehr viel besser ausgebildeten Kader und gute Spielerinnen, die großes Potential haben. Es hat sich also ohne Zweifel einiges getan in den letzten Jahren und ich hoffe, dass der Frauenfußball bei Werder auch in Zukunft weiterhin „gepushed" wird.

Kerstin, du hast als Fußballerin fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Wie wichtig ist es gerade für dich, den DFB-Pokal noch ein viertes Mal in deiner Sammlung zu haben?

Garefrekes: Das ist sehr wichtig sogar! Ich glaube, wenn man als Spielerin keine Motivation mehr hätte, Titel zu holen oder erfolgreich zu sein, dann liefe etwas schief. Aber das ist bei mir nicht der Fall. Diesen Anreiz und diese Motivation spüre ich bei jeder einzelnen Trainingseinheit und bei jedem Spiel. Ich versuche deswegen immer alles zu geben um möglichst viel zum Einsatz zu kommen. Außerdem kenne ich das Gefühl, wenn man einen DFB-Pokal gewinnt und so etwas Schönes möchte ich noch einmal fühlen.

Notiert von Kevin Weber Roldan und Norman Ibenthal

 

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