Im Juni hat sich Werders Talent Manjou Wilde mit dem Gewinn der U 17-Europameisterschaft, wie sie selbst sagt, „einen Traum erfüllt." Ab dem kommenden Wochenende könnte dieser Traum weitergehen. Denn die 17-Jährige kämpft dann mit der deutschen U 17-Nationalmannnschaft in Aserbaidschan um die Weltmeisterschaft.
Die Vorrunde hat es für Manjou Wilde und das deutsche Team bereits in sich. In der Gruppenphase trifft Deutschland auf Ghana (23.09., 15 Uhr in Baku), China (26.09., 17 Uhr in Baku), das in der Qualifikation den amtierenden Weltmeister Korea ausgeschaltet hat, und Uruguay (30.09., 14 Uhr In Lankaran), das Überraschungsteam aus Südamerika. „Wir haben eine ziemlich starke Gruppe erwischt, aber bereits in der Qualifikation haben wir bewiesen, dass wir mit den Favoriten mithalten können. Eine WM spielt man vielleicht nur ein einziges Mal im Leben und ich hoffe, dass uns genau diese Motivation weit bringen wird", blickt Wilde erwartungsvoll auf das Turnier.
Ihre Bremer Trainerin Birte Brüggemann freut sich für Werders Nummer 8, dass sie diese Erfahrung in Aserbaidschan mitnehmen kann: „Eine Weltmeisterschaft birgt immer einmalige Erlebnisse in sich. Manjou soll dieses Turnier einfach genießen. Ich traue ihr auch zu, eine bedeutende Rolle in der Mannschaft zu spielen. Sie hat zuletzt bei uns gezeigt, dass sie Verantwortung übernehmen kann und will. Das wird sie sicher auch in die deutsche Mannschaft einbringen."
Als Europameister zählt das deutsche Team sicherlich mit zum Favoritenkreis auf den Titel. Das weiß auch DFB-Trainerin Anouschka Bernhard: „Wir gehören sicher zu dem Kreis, für den eine Halbfinalteilnahme als nicht unwahrscheinlich gilt", so die 41-Jährige auf FIFA.com, die als Ziel das Viertelfinale für ihr Team ausgegeben hat. Anschließend soll „von Spiel zu Spiel geschaut werden." Die Konkurrenz in Aserbaidschan ist groß: So haben sich auch Vize-Europameister Frankreich, Südamerika-Meister Brasilien, Afrika-Meister Nigeria, der Weltmeisternachwuchs aus Japan und CONCACAF-Gewinner USA für das Turnier qualifiziert. Vor allem die USA werden besonders motiviert in die WM gehen. Schließlich ist der U 17-Weltmeistertitel die einzige Trophäe, die den U.S.-Frauen noch in ihrer Sammlung fehlt.
Norman Ibenthal