Am Wochenende nahm Werders Frauen-U17 zum dritten Mal an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. In Leipzig trafen die Grün-Weißen auf die Teams aus Sindelfingen, Gütersloh und Leipzig - und konnte erstmalig punkten.
Am Wochenende nahm Werders Frauen-U17 zum dritten Mal an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. In Leipzig trafen die Grün-Weißen auf die Teams aus Sindelfingen, Gütersloh und Leipzig - und konnte erstmalig punkten.
Birte Brüggemann hatte die Rollenverteilung schon im Vorfeld der Endrunde verkündet: „Wir fahren als Außenseiter nach Leipzig, ganz klar", so die Trainerin der U17, die, wie bereits bei der Norddeutschen Meisterschaft, mehrere Leistungsträgerinnen für Werders zweite Frauenmannschaft abgestellt hatte. „Die Mädels spielen dort um ihre eigene Zukunft. Es geht um den Aufstieg in die Regionalliga, das ist ein wichtiger Schritt für die Entwicklung unserer Abteilung."
So reisten die Werderanerinnen mit vielen jungen Spielerinnen gen Osten, wo sie in Gruppenspielen (je 2 x 30 Min.) auf die Teams aus Gütersloh, Sindelfingen und Leipzig trafen. Kampflos geschlagen geben wollte sich die Bremerinnen aber auf keinen Fall - nach zwei Teilnahmen ohne zählbare Erfolge waren in diesem Jahr Punkte anvisiert. Zwar sollte dieses Ziel schließlich erreicht werden, zunächst hatten die Grün-Weißen jedoch das Nachsehen.
Das Auftaktspiel gegen den FSV Gütersloh ging mit 0:2 verloren. Ein individueller Fehler hatte dem West-Meister die frühe Führung ermöglicht, doch auch sonst präsentierte sich Gütersloh mit der reiferen Spielanlage und hatte die Partie in der ersten Halbzeit im Griff. Nach der Pause erspielte sich Werder dann aber erste Gelegenheiten: Nach feinem Zuspiel von Nina Woller konnte Güterslohs Torfrau allerdings vor Maylin Widjaja klären (41. Min.), ehe Sarah Jobe zwei Minuten später nicht energisch genug abschloss. Anstatt dessen gelang dem FSV das zweite Tor. U17-Nationalspielerin Lina Magull setzte rund 35 Meter vor dem Tor zum Dribbling an und zog dann einfach mal ab. Mit Erfolg, Torfrau Sarah Ruhe war gegen den noch abgefälschten Schuss machtlos. Auch eine tolle Einzelaktion von Manjou Wilde (48.) konnte das Ergebnis nicht mehr korrigieren, sodass Trainerin Birte Brüggemann nach Spielende nicht zufrieden war: „Gütersloh hat zwar verdient gewonnen, aber heute haben wir weit unter Normalform gespielt. Deswegen wurmt die Niederlage, es wäre mehr drin gewesen."
Im zweiten Spiel trafen die Bremerinnen mit dem VfL Sindelfingen dann auf den Favoriten der Gruppe, der seit drei Monaten kein Gegentor mehr kassiert hatte. Wenig Hoffnung auf Punkte also, doch der SVW sorgte zunächst für eine Überraschung. Nach einer Vierteilstunde wurde Maylin Widjaja von Sarah Guzmann auf die Reise geschickt und behielt vor dem Tor einen kühlen Kopf - die Führung! Doch die Freude währte nicht lang, einen unnötigen Bremer Ballverlust nutze der Süd-Meister eiskalt zum Ausgleich, nur zwei Minuten später erzielte der VfL die Führung. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann der ‚Genickbruch' für die Grün-Weißen: Mit einem Distanzschuss schraubte Sindelfingen die Führung auf 3:1. In der zweiten Halbzeit nahm das Spiel dann seinen Lauf, mit zwei weiteren Treffern (53., 55.) fuhr der VfL einen souveränen Sieg ein. Trotzdem war Birte Brüggemann mit ihren Spielerinnen zufrieden. „Im Gegensatz zum ersten Spiel haben wir viel mehr Leidenschaft gezeigt und hatten einige gute Szenen, allerdings waren unsere Ausfälle nicht mehr zu kompensieren." Bereits in der 9. Minute war Kea Eckermann mit einer Bänderverletzung ausgewechselt worden, außerdem hatten Manjou Wilde und Maylin Widjaja mit Magenbeschwerden zu kämpfen.
Doch dann sollte es doch noch klappen mit den ersten Punkten bei einer DM-Endrunde. Ausgerechnet gegen die Lokalmatadorinnen von Lokomotive Leipzig kamen die Bremerinnen zum langersehnten ‚Dreier'. Obwohl den Grün-Weißen ihre Nervosität zu Beginn deutlich anzumerken war, ließen die Torchancen nicht lange auf sich warten. Die erste Möglichkeit hatte Sarah Guzmann bereits in der 6. Minute, ehe Sina Schlüter vier Minuten später die Führung auf dem Fuß hatte. Und weil Leipzig keine Anstalten machte, das Spiel in die Hand zu nehmen, kam der SVW bis zur Pause zu weiteren guten Gelegenheiten. In der 39. Minute schließlich der Lohn für die Bremer Bemühungen: Manjou Wilde erzielte nach Vorarbeit von Maylin Widjaja und Nina Woller die Führung. Zehn Minuten vor dem Ende erhöhte Nina Woller dann höchstselbst auf 2:0, ehe die Werderanerinnen kurz vor Schluss noch den Anschlusstreffer hinnehmen mussten. Doch auch das Gegentor konnte die Freude über den ersten Sieg nicht schmälern.
„Wir haben gezeigt, dass nicht nur der erste, sondern auch der zweite Anzug sitzt. Die Mannschaft hat bei dieser Endrunde viel von dem gezeigt, was wir uns erarbeitet haben und wertvolle Erfahrungen gesammelt", zogen Brüggemann und Co-Trainerin Nadin Stubbemann ein positives Fazit.
Jörn Lange
