WERDER.DE: MegaBit, herzlich willkommen bei Werder Bremen! Wie froh bist du, dass du in Zukunft mit der Raute auf der Brust aufläufst?
MegaBit: „Überglücklich. Das Grinsen ist mir gar nicht mehr zu nehmen. Ich freue mich auf die bevorstehenden Aufgaben und darauf, Werder vertreten zu dürfen.“
WERDER.DE: Du startest offiziell am 01.09.2018, bist die nächsten Tage aber schon für Werder unterwegs. Wie sieht dein Startprogramm aus?
MegaBit: „Nach der erfolgreichen GamesCom am Mittwoch, bei der Mo ja ESL-Meister geworden ist, sind wir am kommenden Samstag gemeinsam beim Heimspiel gegen Hannover. Dort werden wir dann offiziell präsentiert."
WERDER.DE: Jetzt stehen für dich in der kommenden Saison zahlreiche Turniere und Meisterschaften mit dem Werder-Trikot an. Worauf freust du dich und mit welchen Zielen gehst in die Spielzeit?
MegaBit: „Ich freue mich einfach, den Verein repräsentieren zu dürfen. Bremen ist ein echter Traditionsverein. Trotz der Größe ist das Umfeld super familiär. Ich bin auf jeden Fall direkt begeistert, wie ich aufgenommen wurde. Die Ambitionen sind auch klar: Ich will einmal in meiner Karriere Weltmeister werden und das am liebsten im Trikot mit der Raute. Ansonsten will ich in der deutschen Meisterschaft vorne angreifen. Grundsätzlich möchte ich gerne, wie auch in FIFA18, konstant in der Weltspitze spielen. Dafür werde ich viel arbeiten müssen und dann ab Mitte September voll angreifen.“

Freut sich auf seine Zeit bei Werder Bremen: MegaBit (Foto: WERDER.DE).
WERDER.DE: FIFA- und eSPORTS-Fans kennen dich und deinen Spielstil. Viele Werder-Fans, die jetzt zu eSPORTS-Fans werden, kennen dich aber noch nicht. Wie würdest du dich, deine Stärken und deine Schwächen beschreiben?
MegaBit: „Meine große Stärke beruht auf dem Passspiel. Ich kann mir eigene Möglichkeiten erspielen und überfordere teilweise durchaus die Gegner. Offensiv bin ich jederzeit gefährlich und dafür in der Szene gefürchtet (lacht). Aber meine Defensive lässt manchmal noch zu wünschen übrig. Wenn ich ein sehr starkes Pressing spiele, kann das 85 Minuten lang gut gehen und am Ende kassiere ich dann doch noch zwei Gegentore. Daran muss ich arbeiten, damit ich defensiv noch kompakter stehe. Wenn ich das schaffe, bin ich schwierig zu schlagen.“
WERDER.DE: Du bist der zweite Spieler im Werder-Trikot. MoAubameyang spielt schon seit ein paar Wochen für Werder und hat den SVW bei der WM vertreten. Wie gut kennst du ihn und welchen Draht hast du zu ihm?
MegaBit: „Ich selbst wohne seit einem Jahr in Bochum und Mo kommt bekanntermaßen aus Bochum. Daher kenne ich ihn schon ein bisschen. Wir haben bereits ein paar Spiele gegeneinander gespielt, allerdings meistens an seiner primären Konsole, der PlayStation. Es waren immer heiße Duelle (lacht). Wenn wir in Zukunft gemeinsam bei Turnieren antreten, müssen die anderen uns mehr fürchten, als wir sie."
Jeder Gegner tickt anders. Das motiviert mich
MegaBit
WERDER.DE: Wann hast du, das aller erste Mal FIFA gespielt?
MegaBit: „Ich glaube, mein erstes FIFA-Spiel war 2003 auf dem Gameboy und 2006 dann das erste Mal auf der PlayStation."
WERDER.DE: Erinnerst du dich noch daran?
MegaBit: „Ich erinnere mich nur noch halbwegs, aber ich erinnere mich noch an mein erstes Onlinespiel. Das war mit FIFA12 und da habe ich tatsächlich in Liga 10 das erste Spiel 2:3 verloren, obwohl ich sehr dominant war. Ich habe mir damals schon gedacht, dass ich besser sein kann als andere Leute, wenn ich viel trainiere. Damit bin ich dann erstmal auf die Schnauze gefallen (lacht)."
WERDER.DE: Wo liegt für dich denn die Faszination bei diesem Spiel?
MegaBit: „Man muss sich in jedem Duell auf einen ganz anderen Spielstil einstellen. Jeder Gegner tickt anders. Einer spielt auf Ballbesitz, andere sind extrem stark im Dribbling. Mit diesen unterschiedlichen Variablen muss man zurechtkommen, das motiviert mich. Ich finde es einfach super, mich mit anderen zu messen."

"Wenn ich in der Defensive noch besser werde, wird es schwierig mich zu schlagen" (Foto: W.DE).
WERDER.DE: Du bist mit Mo jetzt ein eSPORTS-Team bei Werder. FIFA ist aber eigentlich eher ein Einzelsportart. Wie wird sich das im Alltag äußern, dass ihr ein Team seid?
MegaBit: „Im Alltag können wir nur voneinander profitieren, sei es jetzt durch gemeinsame Video-Analysen oder das Anpassen von Streamingzeiten. Spielerisch haben wir natürlich beide eine hohe Qualität und wenn wir uns in das Spiel hineinversetzt haben, können wir viel miteinander trainieren. Ich bin ein bisschen variabler als Mo was die Konsolen angeht, also gehe ich davon aus, dass wir beide auf der PS4 miteinander spielen werden und uns Tipps geben können. So können wir uns verbessern und dann hoffentlich früher oder später auch in Teamwettbewerben gemeinsam performern."
WERDER.DE: Du hast eben schon Martin Harnik und ganz kurz auch Frank Baumann und Florian Kohfeldt kennen gelernt. War das etwas ganz Besonderes für dich?
MegaBit: „Das ist auf jeden Fall etwas ganz Besonders für mich. Ich nehme so etwas immer eher im Nachhinein war. Da steht dann plötzlich Martin Harnik vor dir, begrüßt dich und zockt dann eine Runde mit dir. Er ist gar nicht abgehoben, sondern ganz normal. Das ich gerade vor einem echten Bundesliga Spieler stand und mit ihm gesprochen habe, realisiere ich vermutlich erst hinterher."
Die mentale Fitness kann auf diesem Niveau den Unterschied ausmachen
MegaBit
WERDER.DE: eSPORTS ist nicht ganz unumstritten bei vielen Leuten, gerade bei älteren Menschen, die damit nicht so viel anfangen können. Habt ihr häufiger mit Akzeptanzproblemen zutun oder ist das inzwischen schon weg?
MegaBit: „Akzeptanzprobleme gibt es immer noch. Meine Generation ist eine der ersten, die mit Zocken aufgewachsen ist. Für uns ist das einfach eine Alternative zur Brettspielen. Bei meinen Eltern gab es anfangs of negative Reaktionen, wenn ich lange vor der Konsole saß. Ich würde sagen, je älter die Generation ist, desto weniger Verständnis besteht, weil die Leute schlichtweg nicht damit aufgewachsen sind. Wenn ich aber mit den Menschen rede und ihnen das erkläre, gibt es eigentlich keine Probleme in der Akzeptanz. Da sind die Reaktionen durchweg positiv. Diese Akzeptanz wird immer größer und ich hoffe, dass das so weitergeht. Dann sind wir hoffentlich bald eine anerkannte Sportart."
WERDER.DE: Auf dem Niveau, auf dem Mo und du spielen, gehört mehr dazu, als einfach vor der Konsole zu sitzen: Was gehört noch dazu?
MegaBit: „Um das Niveau zu halten reicht es nicht, einfach nur gut im Spiel zu sein. Man muss sich stetig verbessern und an sich arbeiten und auch auf andere Faktoren achten. Da geht es zum Beispiel schon bei Ernährung und der Fitness los. Das sind Sachen, die einen mental noch fitter machen. Auf diesem hohen Niveau kann es einen großen Unterschied machen, wenn du mental einen Hauch fitter bist als die anderen. Das ist schon ziemlich nahe am echten Profifußball."
WERDER.DE: Du hast gesagt: Je älter die Menschen werden, desto schwieriger ist es mit der Akzeptanz. Ich habe mir mal sagen lassen, deine Oma ist dein größter Fan. Wie passt das zusammen?
MegaBit: „Meine Oma ist mein größter Fan, schon seitdem ich ihr davon erzählt habe (lacht). Vor drei Jahren wusste sie noch nichts davon und die kann auch immer noch nichts damit anfangen, das ich vor dem Controller sitze. Sie weiß nicht, was ich da mache und wie das funktioniert. Aber sie freut sich einfach für mich, wenn ich spiele und schaut dann zu und ist stolz darauf, wenn ich gute Leistungen bringe (lacht)."
WERDER.DE: Am Samstag wirst du das erste Mal im Weser-Stadion sein. Es werden 42.000 Menschen da sein. Was erwartest du davon?
MegaBit: „Ich habe jetzt gehört, dass ich tatsächlich auf dem Rasen vor einem Bundesligaspiel präsentiert werden soll und darauf freue ich mich schon sehr. Das ist einfach etwas ganz Besonderes."