Eine Bremer Tageszeitung hatte Kevin Artmann am Samstagmorgen als "Le Boss" bezeichnet. Eine Titulierung, die ihm seine Teamkollegen bei Werders U 23 scherzhaft gegeben haben, die aber seiner Meinung nach nicht ganz zutrifft...
Eine Bremer Tageszeitung hatte Kevin Artmann am Samstagmorgen als "Le Boss" bezeichnet. Eine Titulierung, die ihm seine Teamkollegen bei Werders U 23 scherzhaft gegeben haben, die aber seiner Meinung nach nicht ganz zutrifft...
Eine Bremer Tageszeitung hatte Kevin Artmann am Samstagmorgen als "Le Boss" bezeichnet. Eine Titulierung, die ihm seine Teamkollegen bei Werders U 23 scherzhaft gegeben haben, die aber seiner Meinung nach nicht ganz zutrifft. Denn als Boss auf dem Platz fühlt sich der 20-Jährige nicht. Dass Werders Nummer 13 jedoch durchaus Führungsqualitäten besitzt, ist unverkennbar. Zum wiederholten Male lieferte Artmann gegen den 1. FC Magdeburg eine bärenstarke Leistung ab, war die zentrale Figur in Werders Mittelfeld und sicherte seinem Team durch zwei Treffer ein 2:2-Unentschieden.
Vor allem sein erstes Tor war eine gute Bewerbung für die Auswahl zum "Tor des Monats". Von der rechten Seite zirkelte der gebürtige Duderstädter eine Ecke direkt ins lange Eck und ließ somit die Erinnerungen an die legendären Eckstoß-Tore von Ex-Werderaner Mario Basler neu aufleben. "Es war nicht geplant, dass ich den Ball direkt ins Tor schieße. Wir schlagen den Ball öfter dicht vor das Tor. Gegen Osnabrück ist so beispielsweise das 1:0 von Dominic Peitz per Kopf gefallen", erklärte Artmann nach dem Spiel, gab jedoch aber auch schmunzelnd zu: "Im Training habe ich gestern noch mal geübt, den Ball direkt zu verwandeln."
Der Anschlusstreffer zum 1:2 brachte die Hausherren noch vor der Halbzeit zurück in die, bis dahin aus Bremer Sicht eher bescheidend laufende, Partie. Am Ende sprang, nach einem weiteren Treffer von Artmann, ein 2:2-Unentschieden heraus. "Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich zufrieden oder unzufrieden über das Ergebnis sein soll", sagte Thomas Wolter nach dem Schlusspfiff. Nicht zufrieden war der Bremer Coach auf jeden Fall mit den ersten 45 Minuten seiner Mannschaft: "Da hat sich jeder zu sehr auf den anderen verlassen. Beim Tor zum 1:0 ist sicherlich Kasper ein Fehler unterlaufen aber die Abwehrspieler müssen auch da sein." Dem zweiten Magdeburger Treffer per Elfmeter ging ein Foul von Florian Mohr an Andy Müller voraus. "Als er vor mir den Weg gekreuzt hat, habe ich ihn leicht berührt. Er ist dann clever gefallen. Man kann den Strafstoß geben", gab Werders Innenverteidiger zu.
"Dass wir danach zurückgekommen sind, spricht wieder für die Mannschaft. Das 2:2 war schon verdient. Es hätte auch 3:2 für uns ausgehen können, genauso gut hätten wir noch ein Gegentor kriegen können", so die Schlussworte von Thomas Wolter. Ähnlich sah es auch Florian Mohr: "Wir sind nach zwei unnötigen Gegentoren wieder zurückgekommen. Daher kann man mit dem 2:2 zufrieden sein."
Dennoch war für Werder noch mehr als der eine Punkt drin. Zum einen blieben jedoch gute Möglichkeiten durch Schindler, Heider und Peitz (siehe Spielbericht) ungenutzt und zum anderen fehlte den Bremern bei einigen Schiedsrichterentscheidungen das nötige Glück. So wurde Martin Harnik in der zweiten Hälfte zweimal im Magdeburger Strafraum gefoult, der fällige Pfiff vom Unparteiischen Christian Bandurski aus Essen blieb jedoch aus: "Das waren zwei klare Elfmeter. Ich wurde zweimal mit dem Ellenbogen von hinten geschubst", beteuerte Martin Harnik.
von Norman Ibenthal
