In den Schlusssekunden musste Bremen den Ausgleich durch Marcus Feinbier hinnehmen. Und dass, obwohl Dominic Peitz nur eine Minute zuvor den Führungstreffer für Werder erzielt hatte. "Man ist da noch beim Torjubel und bis man dann das alles realisiert hat, war alles schon wieder umsonst", erklärte Löning. Torwart Christian Vander hatte es schon geahnt, dass es nach der Führung noch einmal brenzlig werden könnte: "Ich hatte so ein mulmiges Gefühl. Alle haben gejubelt und dabei gar keine Zeit mehr rausgeholt."
Doch auch wenn es mit dem ersten Auswärtssieg der Saison nicht geklappt hat, war Trainer Thomas Wolter, der zum 150. Mal mit seinem Trainerkollegen Frank Bender in der Regionalliga Nord auf der Werder-Bank Platz nahm, mit seinem Team zufrieden. "Der späte Ausgleich war sicherlich bitter, aber auf der anderen Seite hat die Partie heute gezeigt, dass wir zu recht da oben in der Tabelle stehen." Vor allem in der ersten Halbzeit liefert Werder, wie schon gegen Osnabrück, eine Gala-Vorstellung ab. "Die Mannschaft hat sich an ihrem Spiel berauscht, ohne jedoch die Tore zu machen. Zwischen der zehnten und dreißigsten Spielminute war das eine exzellente Vorstellung von uns. Schon vor dem Tor hatten wir gute Möglichkeiten", sagte Thomas Wolter. So sah es auch Frank Löning: "Man hat gesehen, dass wir unbedingt Punkten wollten. In der ersten Halbzeit haben wir dann auch richtig Gas gegeben, doch nur ein Tor aus unseren Chancen gemacht. Ich selbst hatte dreimal die Möglichkeit. Wir haben es nach der Führung verpasst, den zweiten Treffer nachzulegen." Selbst Fortunen-Trainer Uwe Weidemann musste zugeben: "Wir haben heute einen Punkt gewonnen. In der ersten Halbzeit war es teilweise eine Vorführung von Werder."
von Norman Ibenthal