Gerechtes Remis mit unwürdigem Schlussakt

Erzielte das 1:0 für Werder: Kevin Artmann
U23
Samstag, 02.09.2006 / 19:51 Uhr

Eigentlich konnte für Werder bereits vor dem Anpfiff der Partie gegen Holstein Kiel nichts schief gehen, denn die Bremer erhielten im Mannschaftshotel am Samstagmorgen überraschenden Besuch. Die Oberbürgermeisterin von Kiel, Angelika Volquartz, die in demselben Hotel ihren 50.Geburtstag feierte, wünschte den Grün-Weißen, obwohl sie sicherlich den "Störchen" die Daumen drückte, ein gutes Spiel.

 

Das lieferten die Bremer anschließend auch ab. Wurde im Vorjahr noch glücklich ein Unentschieden im Holstein-Stadion geholt, verließ Werders U 23 diese Saison die Landeshauptstadt verdient mit einem Punkt im Gepäck. Dementsprechend zufrieden traten die Grün-Weißen die Heimreise an die Weser an: "Wenn man die Entwicklung der Mannschaft sieht, war es ein weiterer Erfolg. Letztes Jahr haben wir hier sehr glücklich noch den Ausgleich gemacht, dieses Mal war es ein verdientes Unentschieden. Mit ein wenig mehr Glück wäre auch noch mehr drin gewesen", bestätigte Kevin Artmann den Eindruck. Auch Mannschaftskollege Sandro Stallbaum freute sich: "Unterm Strich können wir zufrieden sein. Ein Unentschieden bei einem Aufstiegskandidaten ist in Ordnung." So sah es auch Trainer Thomas Wolter: "Ich kann mit dem 2:2 leben, zumal wir in der zweiten Halbzeit nur einmal auf das Tor geschossen haben", sagte der Bremer Coach, der von beiden Teams ein gutes Spiel mit vielen Höhepunkten sah, so dass die Punkteteilung am Ende in Ordnung ging.

 

Schlitzohrig hatte Kevin Artmann die Bremer in Führung gebracht. Der Mittelfeldspieler verwandelte einen Freistoß aus halbrechter Position direkt ins Tor. "Ich habe gesehen, dass der Torwart etwas zu weit in der Ecke stand und da habe ich mir einfach mal gedacht, dass ich den Ball direkt auf das Tor schieße", erklärte der Torschütze. Sehenswert war jedoch auch Bremens zweiter Treffer. Mit einem super Pass hatte Aaron Hunt, der am Samstagabend noch zur U 21-Nationalmannschaft reiste, seinen Teamkollegen Frank Löning auf dem Weg zu seinem dritten Saisontreffer in Szene gesetzt hatte.

 

Zwischen den beiden Toren ging durch den Ausgleichstreffer der Kieler leider eine bis dahin beeindruckende Bilanz zu Ende. Nach fünf in einem Pflichtspiel in Folge gehaltenen Strafstößen, musste sich Werders Keeper Kasper Jensen vom Elfmeterpunkt geschlagen geben. Und dass es nach der erneuten Führung nicht zu einem Sieg gereicht hat, erklärte Sandro Stallbaum: "In der zweiten Halbzeit haben wir uns das Heft aus der Hand nehmen lassen, ließen Kiel kombinieren und uns weit in die eigene Hälfte drücken."

 

Zu einer sehr bedauerlichen Szene kam es gegen Ende der Partie. Nachdem Thiago Rockenbach da Silva gefoult wurde und auf dem Platz behandelt werden musste, trauten die Bremer ihren Ohren nicht. Eine rassistische Bemerkung in Richtung Rockenbach brachte die Bremer Bank aus der Fassung. "Ich fühle mich in Kiel immer sehr wohl, wenn ich hier bin und werde auch immer sehr anständig behandelt. Aber ein Spruch wie 'Wolter, schick den N… wieder nach Afrika zurück!', gehört sich nicht. Am liebsten wäre ich auf die Tribüne gelaufen und hätte mir den Kerl selbst geschnappt", so Bremen-Coach Thomas Wolter verärgert. Betroffenheit über so eine Aussage zeigte auch Holstein Kiel. "Das sind Bemerkungen, für die man sich schämen muss. Im Namen von Holstein Kiel können wir uns dafür nur entschuldigen", bedauerte Volker Marczynkowski, Leiter der anschließenden Pressekonferenz in Kiel.

 

Dass es sich bei derartigen Zuschauern ohnehin nicht um fachkundige Fußball-Fans handeln kann, unterstreicht die Tatsache, dass Thiago Rockenbach da Silva gar nicht aus Afrika stammt, sondern gebürtiger Brasilianer ist.

 

von Norman Ibenthal

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