Für den Bremer Coach liegt die stärkste Regionalliga Nord aller Zeiten vor seiner Mannschaft. "Es gibt sechs Teams die aufsteigen wollen und die restlichen Teams haben fast ausschließlich einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgegeben. Da fragt man sich doch, wer denn absteigen soll. Da können wir uns auf eine spannende Saison freuen", so Wolter, der mit seiner Mannschaft ebenfalls am Saisonende einen Platz im gesicherten Mittelfeld belegen will. "Nach den zwei aufregenden Jahren wäre es schön, wenn wir dieses Mal etwas mehr Ruhe haben würden. Aber auch wenn es wieder gegen den Abstieg geht, kommen wir zurecht."
Werder setzt weiterhin auf den Nachwuchs
Dass Werder auch mit einem jungen Team in der dritthöchsten deutschen Spielklasse bestehen kann, haben die Bremer bereits im vergangenen Jahr eindrucksvoll bewiesen als zwischenzeitlich sogar fünf A-Jugendliche bei den Grün-Weißen auf dem Feld standen. Auch in dieser Saison kommt ein Großteil der Neuzugänge aus den eigenen Reihen. Sieben Spieler schafften den Sprung von der U 19 in das Regionalligateam. "Und auch dieses Jahr haben wir wieder eine richtig gute U 19, aus der im kommenden Jahr der eine oder andere Spieler zu uns aufrücken wird. Das spricht für unsere gute Nachwuchsarbeit", erklärt Wolter.
Als externe Neuzugänge wurden lediglich Marc Heider (VfL Osnabrück), Frank Löning (SV Wilhelmshaven) und Dominik Schmidt (Tasmania Berlin) an die Weser geholt. Während Frank Löning und Marc Heider schon seit längerer Zeit auf der Wunschliste der Bremer standen, wurde Werder auf den damals noch A-Jugendlichen Dominik Schmidt erst vor rund einem ¼ Jahr aufmerksam. "Wir haben ihn dann im Spiel gegen unsere eigene U 19 beobachtet, anschließend mit der A-Jugend zum internationalen Turnier nach Düsseldorf genommen und ihn noch einmal zum Probetraining eingeladen. Wir waren uns schnell einig, dass wir ihn zu uns holen wollen", erklärt Thomas Wolter, dem es schier unglaublich erscheint, dass sein Talent in Berlin bislang unentdeckt blieb. "Auf dem Turnier in Düsseldorf wurden wir von Hertha BSC Berlin gefragt, wo wir denn diesen Spieler her haben. Sie konnten gar nicht verstehen, dass Dominik aus Berlin kommt. Also leistet unsere Scouting-Abteilung eine wirklich gute Arbeit."
Björn Schierenbeck ab sofort Stand-By-Spieler
Die Entscheidung zu Werder zu wechseln ist allen drei nicht schwer gefallen. "Beim Turnier in Düsseldorf hatte ich gleich das Gefühl zu Hause zu sein. Das habe ich noch nie erlebt, dass man so gut in einem Verein aufgenommen wurde", so Dominik Schmidt. Seinen Teamkollegen Marc Heider hätte der VfL Osnabrück gerne selbst in der Regionalliga behalten. "Ich musste entscheiden, welcher Weg für mich der beste ist. Bei Werder war der Reiz einfach größer", erklärt Marc Heider die Beweggründe für seinen Wechsel zu Werder.
Während Marc Heider und Dominik Schmidt noch zu den jüngeren Spielern im Team zählen, fällt Frank Löning mit seinen 24-Jahren bereits über die U 23-Regelung. "Frank soll zusammen mit Kasper Jensen und Sandro Stallbaum als älterer Spieler eine Führungsrolle im Team übernehmen", sagt Wolter, der ab dieser Saison auf seinen jahrelangen Kapitän Björn Schierenbeck verzichten muss. "Björn wird uns nur noch als Stand-By-Spieler zur Verfügung. Seine Zukunft liegt bei im Werder-Leistungszentrum, worauf er sich jetzt auch konzentrieren soll."
von Norman Ibenthal