Klares NEIN von Werder zur 3. Liga ohne Nachwuchsteams

Werders Geschäftsführer machte deutlich, dass Werder gegen die geplanten Regelungen zur 3. Liga ist.
U23
Mittwoch, 02.08.2006 / 14:21 Uhr

Während Werders U 23-Junioren in den kommenden Tagen wieder um wichtige Punkte in der Regionalliga Nord spielen, hat Werder Bremen neben dem grünen Rasen einen ebenso wichtigen Kampf zu bestehen. Eine vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gebildete Kommission zur Spielklassenstruktur hat Vorschläge vorgelegt, nach denen ab der Saison 2008/2009 eine eingleisige dritte Liga entstehen soll, in der den U 23-Mannschaften der Bundesligisten kein Startrecht eingeräumt wird. Die Nachwuchsteams sollen eine Klasse tiefer ohne Aufstiegsrecht in einer dreigleisigen Regionalliga antreten. "Wir sind ganz klar gegen diese Vorschläge", macht Werders Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer deutlich. "Das ist ein entscheidender Eingriff in den gesamten Nachwuchsfußball. Wir würden dann in einer Liga spielen, die überwiegend aus Nachwuchsteams der Bundesligisten besteht. Die Spieler kennen sich in- und auswendig. Viele haben bereits in der U 15, U 17 und U 19 gegeneinander gespielt und treffen im Herrenbereich dann wieder aufeinander."

 

So sieht es auch Werders Nachwuchs-Cheftrainer Thomas Wolter: "Diese Regelung wäre eine Katastrophe für den Nachwuchsfußball. Wir benötigen Spiele wie gegen St. Pauli oder im letzten Jahr Rot-Weiß Essen, wo die Jungs vor einer großen Kulisse spielen und die Emotionen hoch kochen. Dort stehen ihnen dann auch mal Gegenspieler gegenüber, die in ihrer Karriere schon jahrelange Erfahrungen in der ersten oder zweiten Liga gesammelt haben." Der Bremer Coach weist darauf hin, dass die Nicht-Nachwuchsteams in der Regionalliga darüber nachdenken sollten, wo der Großteil ihrer Spieler ausgebildet wurde. "Sie werden erkennen, dass die meisten Spieler von einem Bundesligaverein zu ihnen gewechselt sind. Also profitieren sie auch davon, dass wir eine gute Nachwuchsarbeit leisten."

 

Auch am DFB-Pokal sollen die Nachwuchsteams nicht mehr teilnehmen dürfen

 

Auch die Nachwuchsleistungszentren, zu deren Errichtung mit hohem Aufwand die Bundesligisten verpflichtet wurden, würden durch die geplante Regelung an Bedeutung verlieren. Durch die Local-Player-Regelung sind die Bundesligisten seit dieser Saison dazu verpflichtet, zwei Spieler im Kader zu haben, die sie selbst ausgebildet haben. Im nächsten Jahr soll die Anzahl auf drei Spieler steigen, 2008/2009 sogar auf vier. "Wir erfüllen schon jetzt die Forderung nach vier Spielern. Aber durch die 3. Liga wird verhindert, dass die von uns ausgebildeten Spieler gerade bei dem so wichtigen Übergang vom Jugend- in den Herrenbereich sportlich gefordert werden. Die U 23 würde dann viertklassig spielen und der Abstand zur Bundesliga wäre noch größer", erklärt Fischer.

 

Die U 23-Teams sollen jedoch nicht nur in die vierte Liga zurück gestuft werden, sondern ebenfalls auch vom DFB-Pokal ausgeschlossen werden.

 

Auf Initiative von Werder Bremen, insbesondere von Klaus-Dieter Fischer, Nachwuchsmanager Wolf Werner und Diplom-Psychologe Uwe Harttgen, wächst auch bei den anderen Bundesligisten der Widerstand gegen die geplanten Änderungen. Eine Entscheidung über die Vorschläge der Strukturkommission soll im September auf dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes fallen. Zuvor trifft sich im August bereits das Gremium der Deutschen Fußball Liga (DFL), das ebenfalls über diese geplante Regelung diskutieren wird. "Ich hoffe, dass sich die Bundesligisten gegen diese Regelung entscheiden", so Klaus-Dieter Fischer.

 

von Norman Ibenthal

Ihr Browser ist veraltet.
Er wird nicht mehr aktualisiert.
Bitte laden Sie einen dieser aktuellen und kostenlosen Browser herunter.
Chrome Mozilla Firefox Microsoft Edge
Chrome Firefox Edge
Google Chrome
Mozilla Firefox
MS Edge
Warum benötige ich einen aktuellen Browser?
Sicherheit
Neuere Browser schützen besser vor Viren, Betrug, Datendiebstahl und anderen Bedrohungen Ihrer Privatsphäre und Sicherheit. Aktuelle Browser schließen Sicherheitslücken, durch die Angreifer in Ihren Computer gelangen können.
Neue Technologien
Die auf modernen Webseiten eingesetzten Techniken werden durch aktuelle Browser besser unterstützt. So erhöht sich die Funktionalität, und die Darstellung wird verbessert. Mit neuen Funktionen und Erweiterungen werden Sie schneller und einfacher im Internet surfen können.