So sieht es auch Werders Nachwuchs-Cheftrainer Thomas Wolter: "Diese Regelung wäre eine Katastrophe für den Nachwuchsfußball. Wir benötigen Spiele wie gegen St. Pauli oder im letzten Jahr Rot-Weiß Essen, wo die Jungs vor einer großen Kulisse spielen und die Emotionen hoch kochen. Dort stehen ihnen dann auch mal Gegenspieler gegenüber, die in ihrer Karriere schon jahrelange Erfahrungen in der ersten oder zweiten Liga gesammelt haben." Der Bremer Coach weist darauf hin, dass die Nicht-Nachwuchsteams in der Regionalliga darüber nachdenken sollten, wo der Großteil ihrer Spieler ausgebildet wurde. "Sie werden erkennen, dass die meisten Spieler von einem Bundesligaverein zu ihnen gewechselt sind. Also profitieren sie auch davon, dass wir eine gute Nachwuchsarbeit leisten."
Auch am DFB-Pokal sollen die Nachwuchsteams nicht mehr teilnehmen dürfen
Auch die Nachwuchsleistungszentren, zu deren Errichtung mit hohem Aufwand die Bundesligisten verpflichtet wurden, würden durch die geplante Regelung an Bedeutung verlieren. Durch die Local-Player-Regelung sind die Bundesligisten seit dieser Saison dazu verpflichtet, zwei Spieler im Kader zu haben, die sie selbst ausgebildet haben. Im nächsten Jahr soll die Anzahl auf drei Spieler steigen, 2008/2009 sogar auf vier. "Wir erfüllen schon jetzt die Forderung nach vier Spielern. Aber durch die 3. Liga wird verhindert, dass die von uns ausgebildeten Spieler gerade bei dem so wichtigen Übergang vom Jugend- in den Herrenbereich sportlich gefordert werden. Die U 23 würde dann viertklassig spielen und der Abstand zur Bundesliga wäre noch größer", erklärt Fischer.
Die U 23-Teams sollen jedoch nicht nur in die vierte Liga zurück gestuft werden, sondern ebenfalls auch vom DFB-Pokal ausgeschlossen werden.
Auf Initiative von Werder Bremen, insbesondere von Klaus-Dieter Fischer, Nachwuchsmanager Wolf Werner und Diplom-Psychologe Uwe Harttgen, wächst auch bei den anderen Bundesligisten der Widerstand gegen die geplanten Änderungen. Eine Entscheidung über die Vorschläge der Strukturkommission soll im September auf dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes fallen. Zuvor trifft sich im August bereits das Gremium der Deutschen Fußball Liga (DFL), das ebenfalls über diese geplante Regelung diskutieren wird. "Ich hoffe, dass sich die Bundesligisten gegen diese Regelung entscheiden", so Klaus-Dieter Fischer.
von Norman Ibenthal