Wie ist es zu deinem Wechsel nach Bremen gekommen?
Mein Berater hat den Kontakt zu Werder hergestellt und ich wurde zum Probetraining eingeladen. Anschließend hatte ich ein gutes Gespräch mit Thomas Wolter und Mirko Votava. Zwar lagen mir auch andere Angebote von Clubs aus Spanien, Frankreich und Deutschland vor, aber in Bremen hat alles gepasst. Werder ist ein sehr guter Verein mit einer tollen Trainingsanlage, und sie haben mir das Gefühl gegeben, dass sie mich unbedingt haben wollten.
Als A-Jugendlicher spielst du bereits in der Regionalliga. Welche Erfahrungen hast du bislang gesammelt?
Es ist eine ganz schwere Liga. Die Mannschaften sind sehr unterschiedlich. Einige haben eine junge Mannschaft, andere viele ältere, erfahrene Profis im Team. Man kann sie schlecht einschätzen. Aber wir haben das Potenzial, in dieser Liga zu bestehen. Uns fehlt manchmal nur das Quäntchen Glück, um mal eine Serie von Erfolgen zu starten. Aber dieses Glück müssen wir erzwingen.
Als du zu Werder kamst, konntest du weder Deutsch noch Englisch. Wie schwer war es dadurch, sich hier einzugewöhnen?
Am Anfang hatte ich große Schwierigkeiten. Ich habe ja kaum ein Wort verstanden. Aber der Verein hat mich toll unterstützt. Außerdem habe ich schnell Freunde gefunden, wie Jérôme Polenz, die ebenfalls Französisch sprechen und mir mit der Sprache geholfen haben. Mittlerweile kann ich mich ganz gut verständigen, aber es muss noch viel besser werden.
Mit Johan Micoud hat Werder einen Franzosen im Profi-Team. Wie ist der Kontakt zu ihm?
Sehr gut, wir telefonieren und reden viel miteinander. Es ist wichtig, jemanden zu haben, der dieselbe Sprache spricht. Vor allem beim Training. Joe oder Jérôme sind diejenigen, die für mich übersetzen. Das galt am Anfang besonders bei taktischen Anweisungen des Trainers. Da fielen dann Ausdrücke wie "auf den ersten Pfosten" und ich wusste nicht, was damit gemeint war.
Wo liegen die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem französischen Fußball?
In Frankreich wird mehr Wert auf die technischen Feinheiten und die spielerische Qualität gelegt. Dagegen dominieren in Deutschland eher die physischen Fähigkeiten. Das fängt schon in der Jugendarbeit an. Bei uns stand dort das Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft im Vordergrund. Das Team soll auf technisch hohem Niveau funktionieren, die individuelle Klasse jedes Einzelnen hat sich erst später entwickelt. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich beide Philosophien sehr gut ergänzen lassen.
Du hast sowohl das Internatsleben in Straßbourg als auch in Bremen kennengelernt. Welche Unterschiede sind dir aufgefallen?
In Frankreich wechseln die Spieler eher ins Internat. Ich bin mit 12 Jahren aus Colmar nach Straßbourg gekommen. Das liegt daran, dass die Talente immer früher an große Vereine gebunden werden. Ein Trend, der auch langsam in Deutschland einsetzt. Das französische System ist auch viel strenger. Es lässt weniger Freiheiten zu. Dort kann man sich nicht einfach mal eine Pizza bestellen oder zu McDonald`s fahren. Das war erst einmal ein richtiger Kulturschock für mich!
Vor deinem Wechsel warst du U 18-Nationalspieler. Warum wurdest du seitdem nicht mehr eingeladen?
Der Trainer hat zu mir gesagt, dass ich bei einem Wechsel ins Ausland nicht mehr eingeladen werde. Die Auswahltrainer setzten nur auf Spieler aus Frankreich. Das ist in meiner Heimat eine ungeschriebene Regel.