Verdient war die Niederlage vor allem, weil es seine Mannschaft im zweiten Durchgang auch nicht verstand, den sehr quirligen Tibor Heber und den doppelten Torschützen Gonzalo Castro in den Griff zu bekommen. Innerhalb einer Viertelstunde hatte Bayer den Rückstand in eine Führung gedreht. "Da war unser Mittelfeld ein Totalausfall", sagte Wolter deutlich.
Die in den letzten Wochen gezeigten Leistungen seiner Mannschaft beschreibt der Bremer Coach nur mit einem Wort: Wahnsinnig! "Letzte Woche haben wir bis zum Umfallen gekämpft und den Sieg geholt und heute sind wir wie ein Team aufgetreten, dass sich schon sicher im Mittefeld wähnt. Das dürfen wir uns nicht erlauben", so Wolter, der mit seiner Mannschaft in dieser Hinsicht Gesprächsbedarf sieht.
Dabei hätte es am Ende sogar noch fast zu einem Unentschieden gereicht. Einen Schuss von Florian Mohr drückte Sebastian Schachten zwei Minuten vor dem Abpfiff über die Linie. Doch das Schiedsrichtergespann entschied auf eine Abseitsstellung. Eine sehr fragwürdige Entscheidung. "Dann hätten wir zumindest noch ein Unentschieden gerettet", so Sebastian Schachten enttäuscht. Thomas Wolter wollte die Szene nicht kommentieren: "Es ist müßig darüber zu diskutieren. Ich habe es von meiner Position aus nicht gesehen aber der Linienrichter war sich anscheinend sehr sicher, er hat sofort die Fahne gehoben."
Drei Tage bleiben den Bremern nun, sich von der Niederlage zu erholen. Bereits am Mittwochabend, 29.03.2006, steht für Werder die nächste Aufgabe an. Um 17.15 Uhr empfangen die Grün-Weißen die Fortuna aus Düsseldorf auf Platz 11.
Norman Ibenthal