Ebenso groß, wie die Freude über den Torschützen, war natürlich auch das Gefühl, den ersten Sieg im neuen Jahr eingefahren zu haben. "Als Norman den Ball rein gemacht hat war das für mich die Freude pur. Die Mannschaft hat ein mitreißendes Spiel geliefert und bis zur letzten Minute gekämpft. Endlich haben sich die Jungs für ihren Einsatz und ihre Leidenschaft belohnt", so Trainer Thomas Wolter, der von Gäste-Trainer Uwe Fuchs bestätigt wurde: "Der Sieg war absolut verdient. Werder war von der ersten Sekunde an die wachere, beweglichere und schnellere Mannschaft." Stürmer Martin Harnik hatte bereits am Morgen eine Vorahnung, dass es heute was mit dem Sieg werden könnte: "Als ich aufgestanden bin, habe ich es irgendwie im Gefühl gehabt, dass wir gewinnen werden. Wir waren klar die bessere Mannschaft. Der Sieg kam zum richtigen Zeitpunkt."
Wie wichtig der Erfolg war, erklärte Björn Schierenbeck: "Wenn wir heute nicht die drei Punkte geholt hätten, wäre es ganz, ganz schwer für uns geworden, die Klasse zu halten." Durch den Erfolg sind die Bremer, wie es Thiago Rockenbach da Silva ausdrückte, "wieder ganz dicht dran." Zwei Punkte beträgt nun der Abstand zum rettenden Nicht-Abstiegsplatz. Und dieser Abstand kann am kommenden Wochenende weiter verkürzt werden, denn Werder muss beim Abstiegskonkurrenten Bayer Leverkusen antreten. "Da stehen uns endlich mal alle Spieler zur Verfügung, zum ersten Mal in dieser Saison", macht Thomas Wolter deutlich.
Dann erhofft sich der Bremer Coach von seinem Team noch mehr Entschlossenheit vor dem Tor, denn mit ein wenig mehr Kaltschnäuzigkeit hätte Werder bereits vor der neunzigsten Minute den Sieg klar machen können. Sowohl Amaury Bischoff als auch Martin Harnik und Sebastian Schachten hatten so genannte "100%tige" Chancen auf dem Fuß. "Als mein Ball auf der Linie geklärt wurde, habe ich nur an die Worte von unserem Trainer gedacht, der immer wieder gesagt, dass wir gut spielen und uns aber nicht belohnen. Schön, dass es dieses Mal noch geklappt hat", so Angreifer Martin Harnik. Thomas Wolter, der seinem Team für morgen frei gegeben hat, konnte nur zustimmen: "Heute konnte wirklich jeder sehen, dass wir, wie schon so oft in dieser Saison, uns ganz viele Möglichkeiten herausspielen, sie aber nicht verwerten. Manchmal glaubt mir das ja keiner, wenn ich von unseren Auswärtsfahrten berichte."
von Norman Ibenthal