Ebenso turbulent wie die erste Halbzeit ging es im zweiten Durchgang weiter. Nach rund einer Stunde musste Werder den nächsten Rückschlag verkraften: Onur Ayik sah wegen angeblicher Schiedsrichterbeleidigung die rote Karte (58.). In Unterzahl spielten die Gastgeber immer stärker auf und kamen auch zum Ausgleich: Nach einer Ecke traf Alexander Esswein aus dem Rückraum zum 1:1 (71.). Dynamo Dresden witterte nun die Chance und erhöhte das Tempo. Ein Kopfball von Robert Koch ging jedoch vorbei (72.) und Maik Kegel setzte den Ball aus rechter Position knapp am Tor vorbei (74.).
Wäre der eine Feldverweis nicht schon genug, musste Werder rund eine Viertelstunde vor Schluss den nächsten Ausfall hinnehmen: Stefan Ronneburg sah vom nicht immer sicher wirkenden Schiedsrichter Patrick Alt die gelb-rote Karte: „Das war ein Witz. Es war ein Konter für uns, Esswein stellt sich in den Weg und Stefan will da vorbei, wobei Esswein stürzt“, konnte Thomas Wolter die Entscheidung des Unparteiischen nicht teilen.
Zu neunt lieferten die Grün-Weißen nun eine wahre Abwehrschlacht, in der Dresden nur noch mit zwei Schüssen von Jungnickel (81.) und Pfeffer (82.) für Gefahr sorgte. Felix Wiedwald parierte jedoch jeweils glänzend. „Wir haben uns gut gewehrt. Wenn wir cleverer gespielt hätten, wäre vielleicht sogar ein Sieg drin gewesen. Mit zwei Mann weniger war es natürlich später schwer. Aber die Mannschaft hat eine tolle Moral bewiesen. Dafür kann man dem Team ein Lob machen“, blickte Felix Kroos später zurück.
Norman Ibenthal
Dynamo Dresden: Keller - Grossert, Florian Jungwirth, Hübener, Bührer - Jungnickel, Schuppan (55. Pfeffer), Röttger (68. Müller), Kegel, Koch - Esswein
Werder Bremen: Wiedwald – Hessel, Stallbaum, Schoppenhauer (43. Gerdes), Andersen – Maek, Ronnburg, Krisch (84. Becker), Kroos – Testroet (80. Thiele), Ayik
Tore: 0:1 Kroos (8.), 1:1 Esswein (70.)
Gelbe Karten: Jungwirth, Esswein (beide Dresden) – Krisch, Schoppenhauer (beide Werder)
Gelb-Rote Karte: Ronneburg (75. Werder)
Rote Karte: Ayik (57. Werder)
Schiedsrichter: Patrick Alt
Rudolf-Harbig-Stadion: 12.054 Zuschauer