Seit dem Sommer gehört der Stürmer fest zur Profi-Abteilung des Klubs von der Weser. Thy ist Teil des erweiterten Bundesliga-Kaders, hat die Vorbereitung "oben" mitgemacht, ehe er dann als Stammspieler bei der zweiten Mannschaft gebraucht wurde. "Es ist ein großer Vorteil, dass Bremen II in der 3. Liga spielt", sagt er. "Das Niveau ist hoch, das ist ein gutes Sprungbrett."
Die Zeit mit Pizarro, Frings und Kollegen im Trainingslager hat Eindruck auf ihn gemacht - und ihm gezeigt, dass er noch etwas Geduld braucht: "Man muss sich erst mal an die neue Gangart gewöhnen. Gerade körperlich ist ein Unterschied, die erfahrenen Spieler sind einfach abgebrühter und souveräner." Der Sprung zu den Senioren sei eben nicht gerade klein.
Darum tat es gut, dass Philipp Bargfrede nach einem Testspiel zu ihm kam, ihm auf die Schulter klopfte und ihn für seine Leistung lobte. "Insgesamt lief es ganz gut für mich", sagt er. Gut möglich, dass er bald wiederkommt. Seine ersten Sporen will er sich in Liga drei verdienen, seine Spielweise soll ihm dabei helfen: Thy sucht immer den direkten Weg zum Tor, ist auf dieses eine Ziel programmiert. Am Kopfballspiel und an der Antrittsschnelligkeit müsse er noch feilen, "und generell kann man sich ja immer irgendwo verbessern". Das klingt schon nicht mehr nach einem Junior. Gleich in seinem ersten Spiel in der 3. Liga, kurz nach seinem 18. Geburtstag, traf er, in dieser Saison bislang einmal. Zwei Punkte aus vier Spielen - klar, das habe man sich anders vorgestellt, doch Thy ist sich sicher: "Wir haben viel Potenzial."
Klares Ziel: Profi werden
Als 15-Jähriger kam der Blondschopf aus Norden in Ostfriesland zu Werder. Vorher hatte er schon in der Niedersachsen-Auswahl gespielt. "Am Anfang war es nicht einfach für mich in Bremen", sagt er. Heimweh? "Nein, damit hatte ich noch nie Probleme. Aber sportlich war es schon eine Umstellung." Als er sich an die neue Spielweise gewöhnt hatte, traf er wieder regelmäßig, so wie früher.
Und heute immer noch. Bei seinen vier Einsätzen in der U 18 des DFB hat er dreimal getroffen. Seit dem Erfolg bei der U 17-EM seien die Ansprüche gestiegen, die an ihn sowie die eigenen. Das Ziel, Profi zu werden, ist klar formuliert. "Eine Alternative dazu habe ich mir nie überlegt", sagt er. "Ich hätte wahrscheinlich erst mal die Schule beendet und dann weitergesehen. Keine Ahnung, was dann dabei herausgekommen wäre."