Trainer einig: Drei Teams jagen Favorit Sandhausen

U23
Montag, 19.07.2010 / 12:45 Uhr

Mit dem Livespiel zwischen den Kickers Offenbach und Aufsteiger 1. FC Saarbrücken startet die 3. Liga am Freitag (ab 20.15 Uhr, live im Hessischen Rundfunk) in ihre dritte Saison. Geht es nach den Trainern der 20 Vereine, ist mit Offenbach gleich zum Auftakt einer der Aufstiegsfavoriten im Einsatz.

 

Gleich zwölf Trainer haben die Kickers bei der DFB.de-Umfrage auf den Zettel, wenn es um die Vergabe der Aufstiegsplätze geht. "Wir wollen bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen“, geht OFC-Coach Wolfgang Wolf optimistisch in die Saison.

 

Nahezu einig sind sich die Drittliga-Trainer bei der Frage nach dem Topfavoriten: Mit 17 Stimmen hat der SV Sandhausen die Nase vorn. Gute Chancen werden auch Eintracht Braunschweig, in der abgelaufenen Saison auf dem "undankbaren“ vierten Platz gelandet, zugetraut - 14 Trainer zählen die "Löwen“ zum Kreis der Aufstiegsanwärter. Neben Offenbach wird auch Absteiger Hansa Rostock zwölfmal genannt.

 

Immerhin neun Stimmen erhält mit der TuS Koblenz ein weiterer Absteiger aus der 2. Bundesliga. Nur Außenseiterchancen werden dem 1. FC Heidenheim, der SpVgg Unterhaching (je drei Nennungen) sowie Wehen Wiesbaden und Rot Weiss Ahlen (je zwei) zugerechnet. Aufsteiger VfR Aalen bekommt noch eine Stimme.

 

Rainer Scharinger (VfR Aalen): Nach einem traumhaften Jahr mit dem Aufstieg und der Qualifikation für den DFB-Pokal stellen wir vermutlich eine der jüngsten und unerfahrensten Mannschaften in der 3. Liga. Wir wollen drei Mannschaften hinter uns lassen und Platz 17 erreichen. Absoluter Topfavorit ist für mich Sandhausen. Der SVS hat wahnsinnig aufgerüstet. Für die Spitzengruppe möchte ich noch Wehen Wiesbaden, Kickers Offenbach und Hansa Rostock nennen.

 

Arie van Lent (Rot Weiss Ahlen): Wir haben eine ganz neue Mannschaft, die sich in der neuen Umgebung der starken 3. Liga erst einmal zurechtfinden muss. Wir wollen natürlich eine gute Rolle spielen. Was dabei herauskommt, werden wir dann sehen. Wir lassen uns mal überraschen. Sandhausen hat viel individuelle Qualität gekauft. Die wollen sicher aufsteigen. Braunschweig schätze ich wie immer sehr stark ein. Das Gleiche gilt auch für Offenbach.

 

Dietmar Demuth (SV Babelsberg 03): Bei den Aufstiegskandidaten muss man sich nur die Einkaufslisten anschauen. Offenbach und Sandhausen haben kräftig investiert. Aber auch Braunschweig ist sicher mit in der Verlosung. Bei den Absteigern wie Rostock und Koblenz muss man mal abwarten, wie sie so mit den neuen Verhältnissen klarkommen. Wir hätten unser Ziel erreicht, wenn wir nicht absteigen. Das zählt am Saisonende. Es wäre schön, wenn wir nicht so schnell unten reinrutschen würden.

 

Torsten Lieberknecht (Eintracht Braunschweig): Der SV Sandhausen ist nach den vielversprechenden Einkäufen für mich der Aufstiegskandidat Nummer eins. Aber auch die Zweitliga-Absteiger Rostock und Koblenz gehören zu den Favoriten. Vielleicht gibt es auch wieder eine Überraschungsmannschaft. Heidenheim hat zum Beispiel eine sehr gute Truppe. Auch der VfR Aalen hat sich gut verstärkt. Unser Ziel ist es, uns in der Spitzengruppe zu etablieren. Aber wir sind kein Topfavorit. Dafür sind wir finanziell nicht gut genug ausgestattet.

 

Thomas Wolter (Werder Bremen U 23): Den SV Sandhausen muss man als Topfavoriten nennen. Der Verein hat erfahrene Spieler eingekauft, die auch schon viel Erfahrung in der 2. Bundesliga gesammelt haben. Aber auch Braunschweig gehört zu den aussichtsreichen Kandidaten, wie auch Heidenheim. Ob andere Mannschaften noch in diesen Kreis vorstoßen, lässt sich derzeit schwer beurteilen. Man muss zum Beispiel abwarten, wie die Absteiger Ahlen, Koblenz und Rostock mit der Liga klar kommen. Für uns wird es wieder ein Kraftakt.

 

Jürgen Press (SV Wacker Burghausen): Ich möchte als erste Anwärter für den Aufstieg die beiden Absteiger TuS Koblenz und Hansa Rostock nennen. Aber sehr heiße Kandidaten sind auch Kickers Offenbach, Wehen Wiesbaden, Braunschweig und Sandhausen. Unser Ziel ist es, unter die ersten Zehn zu kommen. Wir standen in der letzten Saison mit unserem sehr kleinen Etat nie auf einem Abstiegsplatz. Gegen eine Wiederholung hätte ich nichts einzuwenden.

 

Matthias Mauksch (Dynamo Dresden): Die Absteiger aus der 2. Bundesliga, vor allem Hansa Rostock und TuS Koblenz, werden sicher vorne dabei sein. Aufstiegsfavoriten sind für mich aber der SV Sandhausen, der kräftig investiert hat, und Eintracht Braunschweig. All diese Vereine verfügen finanziell über bessere Möglichkeiten als wir. Für den sofortigen Aufstieg fehlt uns zur Zeit die wirtschaftliche Kraft. Grundsätzlich behalten wir das Ziel zweite Liga aber im Auge. Bei unseren Transfers achten wir deshalb darauf, junge Spieler zu verpflichten, die auf Sicht das Potenzial für die 2. Bundesliga besitzen.

 

Stefan Emmerling (Rot-Weiß Erfurt): Unser Ziel ist der einstellige Tabellenplatz. Perfekt wäre es, wenn wir unser letztjähriges Ergebnis, den neunten Platz, übertreffen würden. Aber wir haben Leistungsträger verloren und müssen abwarten, ob die Zugänge das auffangen können. Braunschweig, letztes Mal knapp gescheitert, ist mein Favorit. Nennen muss man aber auch Sandhausen, die erneut kräftig investiert haben. Aber auch Rostock ist zu beachten. Der FC Hansa hat ein riesiges Fanpotenzial.

 

Frank Schmidt (1. FC Heidenheim): Für mich gibt es keinen haushohen Favoriten. Nach meiner Einschätzung dürfte nach den Neuverpflichtungen der SV Sandhausen vorne mit dabei sein. Das gilt aber auch für die Kickers Offenbach, Eintracht Braunschweig und die SpVgg Unterhaching. Unser Ziel ist es, von Anfang an nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

 

Jürgen Raab (FC Carl Zeiss Jena): Es geht um den Klassenverbleibt. Wir möchten schnellstmöglich 45 Punkte, die dafür reichen sollten, holen. Wir können unser letztjähriges Ergebnis, den fünften Platz, wohl nicht wiederholen. Denn wir haben wichtige Spieler verloren, und es gab einen großen Umbruch. Zudem haben wir die Lizenz erst auf den letzten Drücker erhalten und deshalb wichtige Planungszeit verloren. Einen Titelkandidaten möchte ich nicht nennen. Es werden in der sehr ausgeglichenen Liga wohl sechs bis acht Mannschaften um die drei Aufstiegsplätze kämpfen.

 

Petrik Sander (TuS Koblenz): Wir wollen uns so schnell wie möglich in dieser Liga etablieren. Unser Ziel kann zunächst einmal nur der Klassenverbleib sein. Welcher Tabellenplatz dann nach dem letzten Spieltag für uns herausspringt, wird man dann sehen. Wir haben eine komplett neue und sehr junge Mannschaft zusammen. Man darf keine Wunderdinge von uns erwarten. Ich schätze Sandhausen, Kickers Offenbach und Eintracht Braunschweig in dieser Saison besonders stark ein. Alle drei Mannschaften haben sich sehr gut verstärkt.

 

Hermann Gerland (FC Bayern München II): Zu den Perspektiven für meine Mannschaft kann ich wenig sagen. Eins weiß ich jedoch: Um den Titel werden wir nicht mitspielen. Wer Favorit ist, weiß ich auch nicht so recht. Sandhausen hat gut eingekauft. Aber das alleine macht ja noch keine gute Mannschaft. Ich erwarte ein spannendes Rennen um die ersten Plätze.

 

Wolfgang Wolf (Kickers Offenbach): Der SV Sandhausen ist wegen seiner Einkäufe klarer Favorit. Ich würde aber Eintracht Braunschweig wegen der eingespielten Mannschaft und den Ergebnissen der letzten Saison auf eine Stufe mit Sandhausen stellen. Auch Unterhaching ist nicht zu unterschätzen. Und sicher kommt noch die eine oder andere Mannschaft hinzu, mit der keiner rechnet. Außerdem habe ich die Absteiger auf dem Zettel. Wir selbst hatten einen großen Umbruch. Wenn wir uns schnell finden, wird es eine gute Saison. Wir wollen bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen.

 

Markus Weinzierl (SSV Jahn Regensburg): Unser Ziel ist der Nicht-Abstieg. Den wollen wir möglichst früh perfekt machen. Ich hoffe daher auf einen guten Start. Für mich sind Eintracht Braunschweig und Kickers Offenbach die beiden Topfavoriten. Sandhausen hat mal wieder sehr gute Einzelspieler geholt. Aber sie müssen erst beweisen, dass sie auch zu einer guten Mannschaft zusammenwachsen. Bei Rostock muss man mal abwarten, wie sie so in die Saison kommen.

 

Peter Vollmann (FC Hansa Rostock): Unser Ziel ist es, im oberen Drittel mitzuspielen. Die Mannschaft muss sich erst finden, denn wir haben viele Neue dazu bekommen. Außerdem haben wir höchstens 50 Prozent des Etats anderer Vereine. Ganz klarer Favorit ist der SV Sandhausen, der enorm aufgerüstet hat. Zu nennen sind auch Kickers Offenbach und Eintracht Braunschweig. Ein Fragezeichen steht hinter Koblenz. Aber in dieser ausgeglichenen Liga muss man mindestens mit einer Überraschungsmannschaft rechnen.

 

Jürgen Luginger (1. FC Saarbrücken): Der Klassenverbleib ist unser großes Ziel. Wir haben uns zwar nach unseren Möglichkeiten gut verstärkt, aber alles andere wäre illusorisch. Vor der Saison ist es sehr schwierig zu sagen, wer oben landen wird. Mir fallen spontan Braunschweig, Sandhausen, Offenbach und Unterhaching ein. Aber da werden sicher noch andere Mannschaften hinzustoßen.

 

Frank Leicht (SV Sandhausen): Eintracht Braunschweig hat eine sehr gute Mannschaft. Wenn Koblenz und Rostock den Abstieg aus der 2. Bundesliga gut verdauen, werden sie auch vorne dabei sein. Rostock hat das ja auch schon offensiv verkündet. Wir haben unseren Kader gut verstärkt. Wir wollen uns schnell zusammenfinden und im oberen Drittel mitspielen.

 

Jürgen Seeberger (VfB Stuttgart II): Wir streben einen guten Mittelfeldplatz an. Die Liga ist extrem ausgeglichen. Wer nicht ganz oben mitspielt, ist im Mittelfeld und muss aufpassen, dass er nicht in Abstiegsgefahr gerät. In Sachen Aufstieg denke ich an die Traditionsvereine. Braunschweig wäre mal wieder dran. Aber auch Offenbach ist zu beachten. Heidenheim und Sandhausen haben Ambitionen. Mal sehen, wie sie sich schlagen. Bei den drei Absteigern gibt es viele Fragezeichen. Wenn sie sich finden, sind sie mit im Rennen.

 

Klaus Augenthaler (SpVgg Unterhaching): Wir möchten, wenn möglich, vorne mitmischen. Meine Favoriten sind Kickers Offenbach sowie die beiden Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock und TuS Koblenz.

 

Gino Lettieri (SV Wehen Wiesbaden): Wir wollen möglichst nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wünschenswert wäre ein guter Mittelfeldplatz. Im letzten Jahr haben wir den 15. Rang belegt. Wenn es in diesem Jahr der zehnte Platz würde, dann wären der Verein und ich wohl zufrieden. Vor der Saison ist schwer zu sagen, wer aufsteigt. Nach der reinen Transferpolitik würde ich Sandhausen und Offenbach als die großen Favoriten einstufen. Rostock zum Beispiel könnte aber das Überraschungsei werden.

 

Quelle: DFB

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