Gut gelaunt, immer ein Lächeln im Gesicht, freundlich – wer Marko Futacs trifft, sieht dem jungen Ungarn an, dass er sich in Bremen sehr wohl fühlt...
Gut gelaunt, immer ein Lächeln im Gesicht, freundlich – wer Marko Futacs trifft, sieht dem jungen Ungarn an, dass er sich in Bremen sehr wohl fühlt...
Gut gelaunt, immer ein Lächeln im Gesicht, freundlich – wer Marko Futacs trifft, sieht dem jungen Ungarn an, dass er sich in Bremen sehr wohl fühlt.
Ein Grund dafür ist die neu gewonnene Lust am Fußballspielen. Denn seit Februar dieses Jahres darf der 20 Jahre alte Angreifer, der mehr als sechs Monate lang nur vereinzelt Spielpraxis sammeln konnte, endlich für Werders U 23 in der 3. Liga stürmen. „Ich war bei den Profis im Training dabei und habe ein paar Testspiele gemacht. Aber das kann man nicht mit Wettkampfspielen vergleichen“, weiß der ungarische Junioren-Nationalspieler.
Seine Qualitäten im Angriff hat Marko Futacs zuletzt bei der U-20-Weltmeisterschaft in Ägypten unter Beweis gestellt. Für viele Experten überraschend, spielten die Ungarn ein starkes Turnier und kehrten mit dem dritten Platz aus Afrika zurück. „Niemand hätte im Vorfeld damit gerechnet, dass wir so weit kommen“, gesteht Futacs, der mit seinen Teamkollegen durch diesen Erfolg in der Heimat die Erinnerungen an die großen Fußballzeiten Ungarns mit Ferenc Puskàs aufleben ließ. „Auf die fußballerische Vergangenheit sind wir in Ungarn sehr stolz. Das war damals eine sehr gute Mannschaft. Aber langsam wächst wieder etwas heran. Einige Spieler spielen in Deutschland, andere in Italien. Dadurch können wir uns gut entwickeln“, erklärt Futacs, der nach Krisztian Lisztes und Krisztian Nanasi (spielte einst für Werders Amateure) der dritte ungarische Spieler bei Werder ist.
Über den Manager von Krisztian Lisztes führte auch der Weg von Marko Futacs an die Weser. „Ich habe ihn während meiner Zeit bei Nancy kennengelernt. Er hat den Kontakt hergestellt“, erinnert sich der Ungar, der zum damaligen Zeitpunkt seit zwei Jahren in Frankreich spielte. Mit 16 Jahren wechselte der Angreifer von Ferencváros Budapest in das Jugendinternat von A. S. Nancy. Es war für Futacs eine Zeit mit Licht und Schatten. „Das Internat lag 20 Kilometer von Nancy entfernt. Das war ziemlich langweilig. Für mich und die rund 50 weiteren jungen Spieler gab es nur den Fußball und die Schule. Auch wenn das teilweise sein Gutes hatte. Zum einen konnte ich mich völlig auf den Fußball konzentrieren, zum anderen habe ich die französische Sprache schnell gelernt“, so Futacs, der zu Beginn häufig Besuch von seinem Vater bekam.
Auch heute noch ist seine Familie mindestens ein Mal im Monat in Bremen. Die Eingewöhnung in Deutschland ist Marko Futacs jedoch wesentlich leichter gefallen als in Frankreich. „Zum einen war ich schon zwei Jahre älter, zum anderen sprechen im Vergleich zu vielen Franzosen in Deutschland fast alle Englisch“, erklärt der talentierte Angreifer, der als Kind auch schon mal im Tor stand. „Das ist allerdings lange her, noch vor meiner Zeit bei Ferencváros. Anderthalb Jahre lange habe ich als Kind im Tor gestanden. Das war mir aber zu langweilig. Ich wollte Tore schießen, nicht verhindern!“
Seine ersten Treffer im Werder-Dress bejubelte Marko Futacs im vergangenen Jahr zunächst in der U 19. Eine lehrreiche Zeit: „Mir schwirrte so viel im Kopf herum. Neue Stadt, neuer Verein, Wohnungssuche, die deutsche Sprache lernen. Da war die halbe Saison bei der U 19 richtig gut. Ich hatte Zeit, mich in Bremen einzuleben und konnte mich an den deutschen Fußball gewöhnen. Es wird viel offensiver gespielt als in Frankreich, das ist für Stürmer gut.“ Mit dem Team von Trainer Mirko Votava holte der Ungar auch gleich seinen ersten Titel: die Meisterschaft in der Junioren-Bundesliga Staffel Nord.
„Jetzt will ich auch mit Werders U 23 erfolgreich sein“, sagt der 1,96 Meter große Angreifer, dessen Vorbilder Zlatan Ibrahimovic und Luca Toni sind, selbstbewusst. „Ich hoffe, dass die Rückserie in der 3. Liga gut läuft, möchte gut spielen, gute Ergebnisse erzielen und im Sommer dann wieder in der Bundesliga-Mannschaft angreifen.“
Norman Ibenthal
