Nachdem WERDER.DE im ersten Teil des etwas anderen Saisonrückblicks an die Auswärtsfahrten, Auswärtsspiele und Spielausfälle erinnerte, wird auch im zweiten Teil aus einigen interessanten Blickwinkeln zurückgeblickt:
Trainerentlassungen: Trainer zu sein, ist kein leichter Job, und es in der 3. Liga zu bleiben schon gar nicht. Von insgesamt 20 Vereinen haben zehn in der abgelaufenen Spielzeit den Trainer gewechselt. Zuletzt beim SC Paderborn 07, wo Pavel Dotchev drei Spieltage vor dem Saisonende als Tabellenzweiter seinen Stuhl räumen musste. Gleich mit fünf verschiedenen Übungsleitern versuchte der VfR Aalen, die Klasse zu halten. Auf Edgar Schmitt folgte erst Jürgen Kohler, dann Interimscoach Kosta Runjaic, Petrik Sander und nach der 1:2-Niederlage gegen Werder versuchte Rainer Scharinger, den Abstieg zu vermeiden. "Das ist schon unfassbar, wie wenig Zeit einem Trainer gegeben wird, um etwas aufzubauen", so Thomas Wolter, der sich dabei an einen Satz seines Co-Trainers Frank Bender erinnert: "Gefährlich wird es, wenn alle sagen, dass sie hinter einem stehen. Sie sollten besser vor einem stehen und mit einem vorangehen." In Bremen behielt man trotz einer Serie von 14 Spielen ohne Sieg die Ruhe und setzte auf das Trainergespann Wolter/Bender. Noch mehr: Man verlängerte erst vor wenigen Tagen die Verträge bis zum Jahr 2013. "Bei uns steht nicht der Tabellenplatz, sondern die Entwicklung der Spieler im Mittelpunkt der Arbeit. Und mit der sind wir sehr zufrieden", erklärt Werders Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer.
Verletzungspech: Insgesamt 31 Spieler hat Coach Thomas Wolter in dieser Saison eingesetzt. Doch mit Torsten Oehrl, Sandro Stallbaum und Finn Holsing kamen nur drei von ihnen in fast allen Begegnungen zum Einsatz. Eine ganze Reihe der jungen Talente stand über weite Teile der Spielzeit sogar noch nicht einmal zur Verfügung. Die beiden absoluten "Pechvögel" waren dabei sicherlich Alexander Hessel und Julian Grundt. Alexander Hessel fiel mit mehrfachen Muskelverletzungen über Monate aus und Julian Grundt zog sich im August den ersten Kreuzbandriss und, kaum genesen, im März den zweiten zu. Hinzu kommen ein weiterer Kreuzbandriss bei Kevin Artmann, ein Schienbeinbruch bei Max Kruse, ein Meniskusriss bei Philipp Bargfrede und über Monate andauernde Achillessehnenprobleme bei Marc Heider. "Das war schon unglaublich. Umso bedeutender ist der Klassenerhalt, wenn man einmal bedenkt, wer uns alles nicht zur Verfügung stand", so Thomas Wolter.