Traditionell lebt Kickers von seiner Heimstärke. Das belegt auch der bisherige Saisonverlauf im eigenen Stadion, wo die Bilanz noch makellos ist: Drei Spiele – drei Siege; die Basis für den Sprung an die Spitze. Möglich aber wurde der nur, weil die Emder inzwischen auch auswärts zu punkten verstehen. Aus zwei Spielen brachten sie zuletzt vier Punkte mit. Fans von Werder frohlocken dennoch. Sie wissen, dass es für die Ostfriesen in der jüngsten Vergangenheit in Bremen nur selten etwas zu holen gab. In den vergangenen drei Jahren trat Kickers Emden zweimal die Heimreise mit leeren Händen ein. Nur einmal gab es einen Punkt. In der Saison 2005/2006 trennten sich beide Mannschaften mit einem 2:2-Unentschieden. Bei so viel grauer Theorie winkt Thomas Wolter jedoch sofort ab: "Ich bin kein Freund von Statistiken", lenkt der 44-Jährige die Konzentration stattdessen auf die kommende Begegnung am Freitag. "Wir fangen wieder bei 0:0 an". Punkt. Spekulationen sind seine Sache nicht.
Wichtig sei, von Beginn an das kampfbetonte Spiel der Emder anzunehmen. Und dann müsse man "Geduld im Spiel nach vorne" haben. Mit acht erzielten Toren in den beiden bisherigen Heimspielen unterstrich die Offensive zwar ihre Qualität. Dabei vernachlässigte Werder aber allzu oft die Abwehr. Zwölf Gegentreffer aus den ersten fünf Spieltagen geben ebenfalls ein klares Bild. Und deshalb fordert Thomas Wolter: "Wir müssen hinten sicher stehen und endlich auch mal wieder zu Null spielen."
Mit Dennis Diekmeier (Zerrung im Oberschenkel), Pascal Testroet (Rückenprobleme), Stefan Ronneburg (Fußverletzung) und Julian Grundt (Knieverletzung) fehlen ihm dabei aller Voraussicht nach drei Spieler. Wieder fit sind dagegen Timo Perthel und Niklas Andersen, die gegen Erfurt noch verletzt passen mussten.
Sie alle eint das Ziel, die eigene Heimbilanz gegen den amtierenden Spitzenreiter mit einem Sieg weiter zu auszubauen. Es wäre auch ein Sieg für die zahlreichen Anhänger von Statistik und grauer Fußballtheorie.
Gordon Päschel