"Time to say goodbye", hallte der emotionale Song von Andrea Bocelli um 15.17 Uhr aus den Lautsprechern im Stadion "Platz 11". Werders letztes Spiel in der Regionalliga Nord war abgepfiffen...
"Time to say goodbye", hallte der emotionale Song von Andrea Bocelli um 15.17 Uhr aus den Lautsprechern im Stadion "Platz 11". Werders letztes Spiel in der Regionalliga Nord war abgepfiffen...
"Time to say goodbye", hallte der emotionale Song von Andrea Bocelli um 15.17 Uhr aus den Lautsprechern im Stadion "Platz 11". Werders letztes Spiel in der Regionalliga Nord war abgepfiffen, mit einem 0:2 verabschiedeten sich die U 23-Talente aus der dritthöchsten Spielklasse. Eine Niederlage, die nicht wirklich weh tat, denn bereits seit zwei Wochen war der Mannschaft vom Trainergespann Thomas Wolter und Frank Bender die Qualifikation zur 3. Liga nicht mehr zu nehmen.
"Diese Saison hat schon vor über anderthalb Jahren begonnen. Damals haben wir uns bemüht, ein Startrecht für die zweiten Mannschaften in der 3. Liga zu bekommen. Das ist uns mit großem Kampf gelungen. Und nachdem auch 'Platz 11' für die 3. Liga aufgerüstet wurde, war der Weg für die Mannschaft bereitet, dieses Ziel auch zu erreichen. Das hat sie souverän geschafft", blickte Werders Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer auf die vergangenen Monate zurück und erinnert sich an viele tolle Spiele, die diese junge Werder-Mannschaft abgeliefert hat.
Beispielsweise an das packende Heimspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen, in dem Dominic Peitz kurz vor dem Ende das 3:2-Siegtor gelang, an das deutliche 3:0 gegen Magdeburg, an ein souveränes 2:0 gegen Düsseldorf oder auch an 2:1 gegen Emden, dem ersten Flutlichtspiel im Stadion "Platz 11", das seinem Spitznamen als "Friedhof der Favoriten" auch in diesem Jahr wieder gerecht wurde.
Aber auch auswärts haben die grün-weißen Talente einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wie in Dortmund, als man gegen mit einem überragenden Frank Löning die zweite Mannschaft des BVB mit 4:1 besiegte oder mit dem 2:0 beim damaligen Tabellenführer Wuppertaler SV und auch beim letzen Auswärtsspiel in Dresden, das man trotz zahlreicher Ausfälle mit 2:0 gewann.
Doch vor allem werden die an Spannung kaum zu überbietenden Duelle im DFB-Pokal wohl noch lange in den Köpfen der Werder-Fans hängen bleiben. In einem "pickepacke" vollen Stadion "Platz 11" holte man gegen den 1. FC Köln noch einen 0:2-Rückstand auf und siegte in der Verlängerung mit 4:2, der FC St. Pauli wurde trotz doppeltem Unterzahlspiel noch im Elfmeterschießen rausgekegelt und auch den damaligen amtierenden deutschen Meister VfB Stuttgart hatte man an den Rande einer Niederlage gedrängt. "Ich denke, für diese tolle Saison mit diesen tollen Leistungen, ist es heute einfach mal Zeit sich zu bedanken. Bei der Mannschaft, dem Trainer- und Betreuerteam und all denjenigen, die in und um der Mannschaft zu dem Erfolg beigetragen haben", fand Werders Coach Thomas Wolter auf der letzten Pressekonferenz in dieser Saison die passenden Worte.
Doch die Partie gegen den SC Verl war nicht nur ein Abschied einer tollen Saison, sondern auch zugleich der letzte Auftritt zahlreicher Akteure im Dress der Grün-Weißen, die in den vergangenen Jahren mit ihren starken Leistungen den Zuschauern viel Freude bereitet haben. So verlässt mit Florian Mohr einer der Dienstältesten die Grün-Weißen in Richtung SC Paderborn. "Ich hatte hier vier sehr schöne Jahre und habe immer gerne für Werder gespielt", so der 23-Jährige, der auch schon im Profi-Kader der Werderaner stand. Mit ihm zieht es auch Frank Löning zum zukünftigen Liga-Konkurrenten: "Ich werde mich sicher immer gerne an meine Zeit in Bremen erinnern. Werder gehört zu den besten Vereinen in Deutschland und ich habe mich hier sehr gut entwickelt. Aber nun ist es Zeit, eine neue Herausforderung zu suchen", fällt dem gebürtigen Auricher der Abschied nicht leicht.
Einem Werderanern bereiteten die grün-weißen Anhänger einen besonderen Abschied. Mit einem riesigen Transparent dankten die Werder-Fans Dominic Peitz für die vergangenen drei Jahre an der Weser. "Das war eine schöne Überraschung, durch die ich mich sehr geehrt fühle", so der 23-Jährige, der sich dem Zweitligisten VfL Osnabrück anschließt.
Neben den drei Akteuren, wird sich Werder jedoch gerne auch an die weiteren Talente erinnern, die nach dem Sommer nicht mehr das Werder-Trikot der U 23 überstreifen werden. Kevin Fickentscher, der gegen Verl zu seinem letzten Spiel für die Grün-Weißen kam, Francis Banecki, Thomas Johrden, Patrick Bärje, Robert Lohmeier und Kenny Schmidt werden Werder verlassen.
Norman Ibenthal
