Finn Holsing im Interview: Berlin, Bayern, Barcelona

Erfahrung I Finn Holsing kann bereits auf einige Einsätze in der 1. und 2. Bundesliga zurückblicken.
U23
Dienstag, 06.05.2008 / 11:45 Uhr

Vor fast einem Jahr wechselte Finn Holsing zu Werders U 23 und erlebt eine turbulente Saison mit den Grün-Weißen, die sich nun dem Ende entgegen neigt. Das Ziel hat der 24-Jährige mit seinen Teamkollegen deutlich vor den Augen: Die Qualifikation zur 3. Liga.

 

Hallo Finn, ihr seid oben mit dabei und habt euch ein ordentliches Polster auf den elften Platz erarbeitet. Muss man noch um die Qualifikation bangen?

Der Vorsprung ist trügerisch, da viele Mannschaften noch ein Spiel weniger absolviert haben als wir. Und es stehen noch einige schwere Spiele an. Selbst in Cottbus wird es nicht einfach. Die sind eine der stärksten Rückrundenmannschaften. Da holt man sich nicht einfach die Punkte ab. Wir müssen jeden Spieltag weiterhin alles geben und dürfen uns noch lange nicht ausruhen.

 

Auf welchem Platz steht ihr am Ende der Saison?

Wenn wir so spielen wie gegen Union Berlin landen wir unter den Top 5. Wenn wir aber so auftreten wie in Erfurt und Essen zwischen Rang 10 und 15 (lacht). Am Ende ist es doch völlig egal, ob wir Zweiter, Fünfter oder Achter werden, die Hauptsache ist doch, dass wir uns für die 3. Liga qualifizieren.

 

Wie attraktiv wird die 3. Liga?

Ich freue mich, dass sie eingeführt wird. Das Umfeld wird noch professioneller, die Medienpräsenz wird steigen und vor allem werden die Gegner noch interessanter. Die besten Teams aus den beiden Regionalligen, dazu die Absteiger aus der 2. Liga. Das ist doch eine tolle Mischung. Schon allein, dass vielleicht ein Topclub wie der 1. FC Kaiserslautern dabei sein wird, ist schon klasse. Auf dem Betzenberg zu spielen ist schon etwas Besonderes.

 

Während ihr beste Aussichten auf einen Qualifikationsplatz habt, steckt dein ehemaliger Verein Eintracht Braunschweig mitten im Abstiegskampf? Fieberst du mit der Eintracht noch mit?

Klar hängt ein Teil meines Herzens noch an Braunschweig. Der Druck steigt zwar von Spieltag zu Spieltag an, aber ich hoffe, dass sie es noch schaffen werden. Vor allem wünsche ich mir das für alle Beteiligten, egal, ob Zeugwart, die Angestellten der Geschäftsstelle oder die Fans – das gesamte Umland hängt an der Eintracht.

 

Am Ende könntet ihr sogar auf einem Aufstiegsplatz landen, könnt aber nicht aufsteigen. Wem traust du den Sprung in die 2. Bundesliga zu?

Ahlen hat aktuell die besten Karten und auch noch ein relativ günstiges Restprogramm. Sie werden es schaffen. Wer aber noch dabei sein wird, ist schwer auszumachen. Vielleicht Düsseldorf, auch wenn sie zuletzt einige Rückschläge hinnehmen mussten.

 

Für dich war es dein erstes Jahr bei Werder Bremen. Schaust du zufrieden auf die vergangenen Monate zurück?

Nach meiner langen Verletzung war es erst einmal wichtig, wieder richtig fit zu werden. Das ist mir auch gelungen, auch wenn ich gerade eine Innenbandverletzung auskuriere. Ich habe fast alle Spiele in der Saison absolviert. Einige davon waren zwar nicht so gut, aber der überwiegende Teil war ganz ordentlich. Ein Tor würde ich mir noch wünschen. Vielleicht klappt das in den letzten Spielen.

 

Ohnehin bist du nicht als Goalgetter bekannt. Aber wenn du triffst, dann sind es meistens keine gewöhnlichen Tore.

Als spektakulär würde ich sie zwar gerade nicht beschreiben, aber auch nicht als ganz normal. Da war mal ein Freistoßtor dabei, ein Fernschuss aus 22 Metern, ein Dropkick in die lange Ecke und ein 30-Meter-Treffer, bei dem der Torwart weit aus dem Tor raus war und ich ihn im Fallen umspielt habe. Es waren ja auch erst vier, die vergisst man nicht so schnell (lacht).

 

Und um ein Tor wurdest du sogar mal betrogen.

Ja, das stimmt. Das war mit Arminia Bielefeld in der Regionalliga gegen Hertha BSC Berlin. Da ging der Ball aus 35 Metern erst gegen die Latte, dann an das untere Gestänge im Tor und von da wieder raus. Schiedsrichter Dominik Marks hat das Tor nicht anerkannt. Es war Betrug, es war eines der Spiele im Schiedsrichterskandal.

 

Bielefeld, Braunschweig, Bremen – muss es bei dir eigentlich immer ein Verein mit B sein?

Und zuvor habe ich auch schon bei Blasheim und Börninghausen gespielt. Das ist schon fast unheimlich, oder? Ich habe auch schon geschaut welche Vereine noch in Frage kommen: Berlin, Bayern, Barcelona (lacht). Das ist schon lustig. Aber ich habe noch nie schlechte Erfahrungen mit Vereinen mit B gemacht.

 

Egal, wo du gespielt hast, deine Familie schaut fast alle deine Spiele an. Wie wichtig ist dir das?

Ich schätze das sehr und kenne es auch nicht anders. Meine Eltern oder mein Bruder waren immer dabei. Sie haben mich zum Training gefahren, waren bei den Spielen und haben mitgefiebert. Ich bin dafür sehr dankbar. Mit ihnen spreche ich auch meistens über die Spiele, sie geben mir dann auch ein Feedback über die Leistung, egal ob positiv oder negativ.

 

Interview: Norman Ibenthal

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