Eigentlich ist Werder-Coach Thomas Wolter dafür bekannt, dass er auf Pressekonferenzen die Fragen gerne und auch ausführlich beantwortet. Zu einem Thema wollte er am Samstagnachmittag jedoch nur höchst ungern einen...
Eigentlich ist Werder-Coach Thomas Wolter dafür bekannt, dass er auf Pressekonferenzen die Fragen gerne und auch ausführlich beantwortet. Zu einem Thema wollte er am Samstagnachmittag jedoch nur höchst ungern einen...
Eigentlich ist Werder-Coach Thomas Wolter dafür bekannt, dass er auf Pressekonferenzen die Fragen gerne und auch ausführlich beantwortet. Zu einem Thema wollte er am Samstagnachmittag jedoch nur höchst ungern einen Kommentar abgeben: der Tabellenführung. "Das ist doch nur eine Momentaufnahme. Es ist viel wichtiger, dass wir am Saisonende unter den ersten Zehn stehen", so der Bremer Coach, der damit auch den Ton seiner Mannschaft traf. Denn ähnlich äußerte sich auch Kevin Schindler zur Übernahme der Tabellenspitze. "Sicherlich freuen wir uns darüber. Aber die Qualifikation zur 3. Liga ist unser Ziel. Und dafür müssen wir in den kommenden Monaten noch sehr hart arbeiten."
Bei seinen Überlegungen spielten für Coach Thomas Wolter aber auch seine Erinnerungen an die letzte Tabellenführung eine tragende Rolle. Im September 2006 erklomm Werder nach einem 2:0-Erfolg gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach die Tabellenspitze. Nur ungern blickt er darauf zurück. "Wir mussten anschließend in Ahlen antreten und haben dort mit 0:2 verloren. Nun geht es am Freitag wieder nach Ahlen", so der Bremer Coach, der aber keine voreiligen Parallelen ziehen will.
Von denen hat er dafür zuvor gegen Düsseldorf genug gesehen. Denn wie schon beim 2:1-Erfolg gegen Oberhausen ging Werder mit der ersten guten Torchance in Führung. "Da hat das Torphantom Frank Löning wieder zugeschlagen", verpasste Wolter seinem erfolgreichsten Torjäger den passenden Beinamen. Bereits in Oberhausen hatte Löning den Führungstreffer markiert. Coach Wolter war sich jedoch auch bewusst, dass gerade diese effektive Chancenverwertung gegen Düsseldorf zum Erfolg verhelfen kann. "Sie stellen nicht umsonst die stärkste Abwehr der Liga. Da mussten wir Geduld haben."
Und die hatten die Bremer. Auch dann noch, als die Grün-Weißen eine ganze Reihe an guten Möglichkeiten verstrichen ließen. Erst kurz vor Schluss machte Kevin Schindler mit dem zweiten Treffer alles klar. "Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Vorher hatte ich zwei gute Chancen, die ich nicht genutzt habe. Zum Glück war die dritte dann drin", freute sich der Torschütze. "Wir sind momentan halt die Minimalisten der Liga. Vorne nutzen wir die Möglichkeiten eiskalt aus und hinten stehen wir richtig gut", bilanzierte Frank Löning und sprach zugleich der Defensive wieder einmal ein Lob aus.
Allen voran U 19-Keeper Sebastian Mielitz, der für den verletzten Nico Pellatz zwischen den Pfosten stand und seine Aufgabe mit Bravour meisterte. Auch in seinem vierten Regionalliga-Spiel blieb er ungeschlagen. "Das ist doch schön. Wir haben gewonnen und sogar noch zu null gespielt. Was will man mehr. So darf es gerne weitergehen", freute sich der Schlussmann.
Lob gab es für den 18-Jährigen auch von Trainer Thomas Wolter, der jedoch die gesamte Leistung der Mannschaft hervorheben wollte. "Die Sieg ist angesichts der personellen Situation noch höher einzuschätzen. Dominic Peitz ist verletzt, Marc Heider hat krankheitsbedingt die gesamte Woche nicht trainiert, Max Kruse und Kevin Schindler sind erst gestern Abend von den Profis zurückgekommen und mit Sebastian Mielitz und Stefan Ronneburg standen gleich zwei A-Jugendliche auf dem Platz", erläuterte der Bremer Coach die außergewöhnliche Lage. "Dafür haben die Jungs das richtig klasse gemacht."
Norman Ibenthal
