Bemühungen, das Spiel in der Offensive noch zu retten, erlaubten den Wolfsburgern noch gute Kontermöglichkeiten, die aber von Nico Pellatz oder fehlender Präzision vereitelt wurden. Die letzte große Chance des Spiels gehörte Max Kruse. Peter Niemeyer (von Wolter wie Peitz und Pellatz aus einer sonst "unterdurchschnittlichen Mannschaft" hervorgehoben) hatte ihn mit einem weiten Pass in Szene gesetzt, der Mittelfeldspieler wurde aber rechtzeitig abgefangen. Beim Versuch, den Abpraller zu erreichen, foulte der bereits verwarnte Dominik Peitz seinen Gegenspieler und musste folgerichtig mit Gelb-Rot vom Platz (90.).
Wolter will bekanntes Phänomen nicht hinnehmen
Es war der bezeichnende Schlusspunkt einer verdienten Werder-Niederlage. "Wie waren zu keiner Phase so im Spiel, wie man das sein sollte", sagte Co-Trainer Frank Bender. "Wir haben alles vermissen lassen, was uns in Dortmund noch ausgezeichnet hat: Aggressivität, das Fußballspiel, das Verhalten auf dem Platz." Thomas Wolter sah das genauso, er kennt solche Phänomene aber: "Wie solche unterschiedlichen Leistungen innerhalb einer Woche möglich sind, ist nicht zu erklären. Aber damit hat man bei jungen Mannschaften immer wieder zu kämpfen." Die Nationalmannschaftsverpflichtungen, die Trainings bei den Profis, vielleicht auch Wolfsburgs 2:7-Niederlage – all das könne eine Rolle spielen. "Das müssen wir jetzt genau analysieren. Ich werde mich nicht damit abfinden, dass so was mal passiert. Das darf nicht vorkommen! Wir haben heute eine Riesenchance verpasst, uns nach oben abzusetzen", war Wolter frustriert. Statt des fünften Platzes muss sein Team vorerst mit Platz 10 vorlieb nehmen.
von Enrico Bach
VfL Wolfsburg II: Lenz - Lamprecht (82. Kullig), Reiche, Hansen, Kempe - Riemer, Thiam, Venekamp - Makiadi (64. Maek) - Brechler, Öztürk (78. Rama)
Werder Bremen: Pellatz - Niemeyer, Hessel, Erdem, Holsing - Peitz, Kruse, Artmann, Löning - Schindler (66. Neumann), Heider
Tor: 1:0 Makiadi (21.)
gelbe Karten: Makiadi, Hansen, Kempe, Lenz - Löning, Niemeyer
gelb-rote Karte: Peitz (90.)
Schiedsrichterin: Nicole Schumacher (Oberhausen)
VfL-Stadion 450 Zuschauer