Selbst der frühe Rückstand rüttelte Werder nicht wach. Viele Ballverluste und Probleme im Spielaufbau zogen sich wie ein roter Faden durch das Bremer Spiel. "Die erste halbe Stunde haben wir völlig verschlafen. Da war viel Krampf drin. Durch das Tor von 'Amo' haben wir uns glücklich in die Halbzeit gezittert", erklärte Mannschaftskapitän Sandro Stallbaum, der selten ein Spiel erlebt hat, das von so deutlichen "Leistungsschwankungen" geprägt war. Denn dass die Grün-Weißen spielerisch durchaus überzeugen können, zeigte sich nicht nur beim sehenswert herausgespielten Treffer von Amaury Bischoff, der am Sonntag erneut im Kader der Bundesliga-Mannschaft stehen wird. Auch nach der Pause setzten die Bremer spielerische Akzente. Durch zwei Tore von Artmann und Heider drehte Werder die Begegnung innerhalb von wenigen Minuten. "Nach der Pause sind wir das super angegangen, haben früh gestört, waren aggressiv in den Zweikämpfen und sind dann auch verdient in Führung gegangen", so Stallbaum. "Leider haben wir danach wieder den Faden verloren. Nach dem zweiten Gegentreffer war es klar, dass es schwierig wird. Aber wir haben den Vorsprung gut verteidigt."
Vor allem Keeper Kasper Jensen zeigte eine starke Vorstellung. Der dänische Schlussmann wurde nicht nur seinem Ruf als "Elfmeter-Töter" gerecht, sondern hielt die Bremer auch mit einer anderen ganz wichtigen Aktion im Spiel. Kurz nach dem Ausgleich durch Bischoff, kratzte Jensen einen Kopfball von Schnitzler mit den Fingerspitzen von der Linie und sorgte für den ausgeglichenen Pausenstand. "In der Kabine habe ich ihm noch gesagt, dass man durch solche Aktionen dieses Spiel heute gewinnt. Dass er dann auch noch einen Elfmeter hält, ist umso erfreulicher für ihn. Das gibt Kasper Selbstvertrauen", freute sich Sandro Stallbaum für seinen Torwart. Auch vom Trainer gab es lobende Worte: "Das war ein Signal für die Mannschaft. Er hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht", so Thomas Wolter.
Somit blieb es am Ende bei einem "glücklichen" Sieg für Werder, wie der Bremer Coach zugab. "Mit der spielerischen Vorstellung bin ich heute nicht zufrieden, aber mit dem Ergebnis. Wir waren zwar nicht die bessere, aber vielleicht die cleverere Mannschaft. Dieser Sieg hat uns dem Klassenerhalt ein großes Stück näher gebracht." Ein Blick auf die Tabelle verrät schnell, wie wichtig der Erfolg in Mönchengladbach war. Nicht nur, dass Werder sich von Platz zwölf auf Rang sieben katapultierte, sondern auch der Abstand auf die Abstiegsplätze weiter ausgebaut wurde. Zwölf Zähler trennen die Bremer nun von der Abstiegszone.
von Norman Ibenthal