Wurde es jedoch nicht mehr. Den Grundstein zum Erfolg hatte Thiago Rockenbach da Silva bereits wenige Sekunden nach dem Anpfiff gelegt. Werders Brasilianer nutzte einen dicken Schnitzer von Torwart Hesl, der über den Ball trat, aus und traf früh zum 1:0. "Unser Trainer sagt immer, dass wir genau auf den Torwart achten sollen. Das habe ich getan. Ich habe gesehen, dass der Platz nicht gut war und habe auf den Fehler gewartet", erklärte der 22-Jährige, für den die mannschaftliche Geschlossenheit der Schlüssel zum Erfolg war. "Wir sind nur gemeinsam stark. Wie schon gegen Leverkusen hat heute jeder für jeden gekämpft. Wenn wir so auch in den nächsten Spielen auftreten, können wir ganz oben mit dabei sein." Wie schon gegen Leverkusen lieferten die Bremer eine leidenschaftliche Vorstellung ab, für die es von Coach Thomas Wolter auch dementsprechende lobende Worte gab: "Ich bin mit dem Team sehr zufrieden. Es war eine gute Mannschaftsleistung."
Dennoch stachen einzelne Akteure auch in Hamburg heraus. Wie beispielsweise Amaury Bischoff, der sowohl hinten als auch vorne rackerte, keinen Zweikampf scheute und dabei auch noch spielerische Akzente setzte. "Amaury ist seit Wochen in Topform. Es tut ihm sehr gut, dass er immer häufiger bei den Profis mit dabei ist. Das bestätigt auch Thoma Schaaf", lobte Trainer Wolter. Nicht weniger auffällig war auch Marc Heider, der für den verletzten Jérôme Polenz in das Team gekommen war. Der Angreifer erzielte zwar selbst kein Tor, sorgte in der Hamburger Defensive jedoch für jede Menge Beschäftigung. "Für Marc war es schön, dass er von Beginn an spielen durfte. Er arbeitet unheimlich viel für die Mannschaft aber muss im spielerischen Bereich noch zulegen", so der Bremer Trainer.
Pluspunkte konnte Werder auch in der Statistik gegen den HSV sammeln. Nicht nur, dass die Bremer die Erfolgsserie der Hamburger (sieben Spiele ungeschlagen) beendeten, sondern auch die eigene Bilanz gegen den HSV wurde weiter aufgebessert. In 22 Aufeinandertreffen mit dem Nordrivalen verließen die Bremer nun schon zwölf Mal als Sieger den Platz. Sieben Mal davon wurde sogar ein Auswärtssieg eingefahren.
Norman Ibenthal