Artmann: "Ein Platz ganz oben, warum nicht?"

Spielte sich ins Blickfeld der Profis: Kevin Artmann.
U23
Donnerstag, 15.02.2007 / 10:08 Uhr

Seit der E-Jugend trägt Kevin Artmann das Trikot von Werder Bremen - nur im Alter von 14 Jahren machte er einen kurzen Abstecher zum FC Bayern. Mittlerweile ist der 20-Jährige in Werders Regionalliga-Team eine feste Größe, verpasste keines der bislang 18 Spiele und geriet sich durch seine guten Leistungen in das Blickfeld der Profis. Auch DFB-Trainer Dieter Eilts wurde auf das Talent aufmerksam.

 

Die Rückrunde geht endlich los. Welche Ziele habt ihr?

Kevin Artmann: Da das Spiel gegen Wilhelmshaven ausgefallen ist, hatten wir eine lange Pause. Ich hoffe, dass wir mit einem Sieg gegen Leverkusen an die gute Leistung vor der Winterpause anknüpfen.

 

Klingt fast so, als ob die Winterpause zu einem schlechten Zeitpunkt kam?

Wir hätten das Spiel gegen Wilhelmshaven gerne noch mitgenommen, da wir gut drauf waren. Mit einem Sieg hätten wir auf einem noch besseren Tabellenplatz überwintert und in unserer damaligen Verfassung wäre es schwer geworden, uns zu schlagen.

 

b>Ist das jetzt anders?

Das bleibt abzuwarten. Nach einer Pause kann man die Leistung noch nicht einordnen. Aber wir wissen, was wir können und wollen schnell wieder zu unserer Form finden.

 

Ihr habt eine starke Hinrunde gespielt. Kann man dennoch etwas verbessern?

Wir müssen an unserer Chancenauswertung arbeiten. Wenn wir überall dort drei Punkte geholt hätten, wo wir überzeugend gespielt haben, stünden wir jetzt ganz oben. Vor allem auswärts müssen wir noch zulegen. Aber auch zuhause wäre es schön, mal wieder eine Erfolgsserie zu starten.

 

Besonders bei dir lief es viel besser als in der letzten Saison. Woran liegt das?

Ich habe aus dem vergangenen Jahr viel gelernt. Ich hatte große Probleme, mich körperlich und taktisch auf den Herrenbereich umzustellen. Anfangs lief es zwar ganz gut, aber ich konnte die Leistung nicht konstant halten. Vor dieser Saison habe ich dann viel gearbeitet, vor allem im Fitnessbereich und an den Standards. Die können in schlechten Spielen entscheidend sein.

 

Das blieb auch beim DFB nicht unbemerkt. Kam die Einladung von Dieter Eilts zur U 20 überraschend?

Ja, damit hatte ich nicht gerechnet. Natürlich macht man sich bei guten Leistungen Hoffnungen auf eine Nominierung. Doch wenn man auf den Kader schaut, findet man dort mit Kruska, Boateng und Serdar Tasci fast schon gestandene Bundesliga-Spieler. Da könnte man verstehen, wenn man nicht dabei ist. Umso schöner, dass es geklappt hat. Ich hoffe, dass ich bald wieder eingeladen werde.

 

 

Erst einmal hat dich jedoch eine Verletzung im Trainingslager der Profis zurückgeworfen. Was war los?

Schon länger hatte ich immer mal wieder Schmerzen im Mittelfuß. Die sind in Belek nach den ersten beiden Tagen leider wieder aufgetreten und ich musste pausieren. Auf Mallorca habe ich mit unserem Reha-Trainer Jens Beulke dann langsam mit Fahrradfahren und Aquajogging angefangen und bin jetzt wieder fit.

 

Konntest du dennoch einige Erfahrungen aus der Türkei mitnehmen?

Ja. Es ist schon etwas Anderes, wenn man mit Weltklasse-Spielern wie Klose oder Frings auf dem Platz steht. Da kann man viel lernen. Man spürt, dass der Schritt zwischen Regionalliga und Champions League sehr groß ist.

 

Ein Schritt, den du dir zutraust?

Erst einmal konzentriere ich mich auf die Regionalliga. Aber ich denke, dass ich trotz der Verletzung gut gearbeitet habe. Wenn man mich in einem Profi-Spiel einwechseln würde, würde ich bestimmt nicht so blind herumlaufen, dass man mich gleich wieder vom Feld holen müsste (lacht).

 

Gegen Amsterdam warst du immerhin schon einmal im Profi-Kader für den UEFA-Cup. Wie war es?

Ich bin sehr, sehr glücklich und auch ein wenig stolz, dass ich bei einem so wichtigen Spiel dabei sein durfte. Darauf habe ich die letzten Jahre hingearbeitet. Durch den Werder-Sieg war der Tag perfekt.

 

Zurück zur U23. Die Liga ist sehr eng beisammen. Was ist diese Saison für euch noch möglich?

Wir sollten erst einmal den Abstieg verhindern und die dafür nötigen Punkte einfahren. Je nachdem, wie schnell das geschieht, können wir dann nach oben schauen. Wir haben ein sehr starkes Team, das um die Plätze ganz oben mitspielen kann.

 


 

KURZ NACHGEFRAGT!

 

Werder oder Bayern?

Werder. Das hat aber nichts mit dem Verein Bayern München zu tun, sondern vielmehr damit, dass ich mich dort, wo ich bin, wohlfühlen muss. Schon seit der Jugend hatte ich bei Werder das Gefühl, dass man mich gerne hier spielen sieht und sich intensiv um mich kümmert.

 

13 oder 10?

13. Irgendwie bin ich mit diesen beiden Ziffern verbunden. Bei den Profis habe ich durch Zufall die 31 als Nummer bekommen und die Hausnummer meiner ersten Wohnung war die 113.

 

Belek oder Mallorca?

Beides. In der Türkei konnte ich mich weiter in den Vordergrund spielen und auf Mallorca meine Position im U 23-Team stärken.

 

Heimspiel oder Auswärtsspiel?

Ein Heimspiel im Weser-Stadion ist bestimmt überragend. Aber wenn es so läuft wie in Dresden und wir nach dem 4:1-Erfolg sogar von den gegnerischen Fans gefeiert werden, ist das auch ganz angenehm.

 

von Norman Ibenthal

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