Ganz anders sieht es in Leverkusen aus. Vier Punkte Rückstand hat das Bayer-Team auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Aussichtslos ist die Lage jedoch nicht. Wer sich zurückerinnert, der weiß, dass Werder in der vergangenen Saison nach der Winterpause in einer ähnlichen Situation steckte und sich letztendlich noch aus dem Abstiegsstrudel rauskämpfte. "Gerade das macht sie gefährlich", warnt Thomas Wolter, der mit seiner Einschätzung recht haben könnte. Am vergangenen Wochenende zeigte Bayer wie stark die junge Kirsten-Elf sein kann und bezwang Tabellenführer Osnabrück in einem Testspiel mit 3:1. "Genau der richtige Warnschuss für mein Team. Wir haben kein Grund sie zu unterschätzen", so Wolter.
Um dem Klassenerhalt ein großes Stück näher zu kommen, muss Leverkusen, das in den kommenden Wochen auf Thomas Hübener (Haarriss im Sprunggelenk) auskommen muss, jedoch vor allem auswärts zulegen. Bislang holte man erst fünf Punkte auf fremden Plätzen. Darunter war jedoch ein 3:0-Erfolg bei Holstein Kiel. Dazu beitragen sollen die drei Neuzugänge Paul Grischok (SV 09 Wermelskirchen), Stefan Reinartz und Dennis Schmidt (eigene Jugend). Verzichten muss Trainer Ulf Kirsten zukünftig dagegen auf Josip Tadic, der zu NK Zagreb wechselte.
Im Hinspiel trennten sich beide Teams mit einem 3:3. Aus Bremer Sicht ein ärgerliches Ergebnis, denn Werder hatte bereits mit 3:1 geführt. Martin Harnik, Frank Löning und Amaury Bischoff schossen damals die Tore im Rheinland.
Während Frank Löning nach seiner langen Verletzung (Oberschenkel-OP) wieder dabei ist, muss Trainer Thomas Wolter auf Martin Harnik (Mittelfußbrauch) und Amaury Bischoff (Gelbsperre) verzichten. Auch Jérôme Polenz (Sprunggelenksverletzung) und Thomas Johrden (Fußverletzung) fallen für Sonntag aus. Hinter dem Einsatz von Florian Mohr, dem unter der Woche ein grippaler Infekt zu schaffen machte, steht noch ein leichtes Fragezeichen. "Vor einem Jahr hätte ich noch mit einem sorgenvollen Auge auf die Ausfälle geschaut. Jetzt jedoch nicht. Wir haben eine Qualität im Kader, die es zulässt, auch Leistungsträger adäquat ersetzen zu können", so der Bremer Coach.
von Norman Ibenthal