Deutschland oder Österreich – schwere Entscheidung!

Feste Größe I 17 Regionalliga-Spiele absolvierte Martin Harnik in dieser Saison und erzielte fünf Tore.
U23
Dienstag, 30.01.2007 / 16:05 Uhr

Seit Martin Harnik im Januar 2006 an die Weser wechselte, hat seine Entwicklung einen rasanten Verlauf genommen. Das hoffnungsvolle Talent gehört zu einem festen Bestandteil des Regionalliga-Teams und stellte zuletzt seine Qualitäten beim Hallenauftritt der Profis unter Beweis.

 

Eigentlich sollte er das Team von Thomas Schaaf auch mit ins Trainingslager begleiten, doch ein Bruch des rechten Mittelfußes zwingt ihn derzeit zu einer Pause. Anstatt in Belek und anschließend auf Mallorca mit der U 23 für die Rückrunde zu schuften, arbeitet er täglich in Werders Reha-Zentrum an seinem Comeback. "Mitte März will ich wieder dabei sein", ist der 19-Jährige optimistisch, ärgert sich jedoch ein wenig über die verpasste Chance. "Im ersten Moment saß der Frust tief. Ich wäre gern mitgefahren und hätte mich präsentiert. Jetzt habe ich eine Verletzung, die leider häufig im Fußball vorkommt und die durchstehen werde." Auch Cheftrainer Thomas Schaaf hätte den Angreifer gerne in der Türkei auf dem Trainingsfeld gesehen: "Martin war sehr gut in Form. Seine Leistungen haben mir sehr gut gefallen."

 

Nun muss der gebürtige Hamburger seinem Vorbild Miroslav Klose zu einem anderen Zeitpunkt über die Schulter schauen. Der Torschützenkönig der WM fasziniert den jungen Stürmer: "Er ist ein großartiger Fußballer. Obwohl er ein Weltklasse-Stürmer ist, drängt er sich nie in den Mittelpunkt, sondern konzentriert sich nur auf die Mannschaftsleistung. Das gefällt mir." Wie Klose ist auch Martin Harnik ein Familienmensch. "Meine Familie ist mir sehr wichtig. Vor allem meine Eltern bin ich sehr dankbar. Sie haben immer hinter mir und meinem Traum ‚Fußballer zu werden’ gestanden."

 

Lange Zeit blieb das Talent beim SC Vier- und Marschlande unentdeckt. Zwar registrierten die großen Hamburger Vereine, dass es in dem Vorort einen jungen Burschen gibt, der ganz gut Fußball spielen kann, jedoch blieben die Anfragen aus. Erst als Martin Harnik vor rund anderthalb Jahren zur österreichischen Junioren-Nationalmannschaft berufen wurde, spitzten sich die Ohren. Werder hatte den Angreifer jedoch schon länger auf dem Zettel, legte als erstes ein konkretes Angebot vor und holte ihn zusammen mit seinem Teamkollegen Max Kruse an die Weser. "Das Bremer Konzept hat mich überzeugt und Thomas Wolter gab mir das Gefühl, dass er mich unbedingt haben wollte. Da fiel es mir nicht schwer, Werder die Zusage zu geben", so das Sturmtalent zu seinen Wechsel von der einen in die andere Hansestadt.

 

Ohne, dass der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) den Angreifer jemals zuvor gesichtet hatte, schaffte Martin Harnik den Sprung in die Junioren Nationalmannschaft. "Austria Wien hat mich in Hamburg auf einem Turnier gesehen und dann beim ÖFB empfohlen", erklärt der angehende Versicherungskaufmann, der es mittlerweile in den Kader der U 21-Nationalmannschaft geschafft hat. Ohne die Verletzung, wäre er im Februar sogar zum A-Länderspiel gegen Malta eingeladen worden.

 

"Vielleicht hatte die Verletzung aber sogar eine gute Seite. So muss ich mich noch nicht endgültig entscheiden, für welches Land ich später mal spielen möchte", sagt Martin Harnik, der aufgrund seiner deutschen Mutter (Vater ist Österreicher) auch die Möglichkeit hätte, für Deutschland zu spielen. Hier steht er auch schon mit einem dicken Vermerk auf dem Zettel von U 21-Trainer Dieter Eilts. "Es ist eine sehr schwere Entscheidung. Auf der einen Seite bin ich in Deutschland geboren und hier auch aufgewachsen. Auf der anderen Seite kommt meine halbe Familie aus Österreich, ich habe fast alle Ferien dort verbracht und fühle mich diesem Land ebenso verbunden. Außerdem habe ich dem ÖFB viel zu verdanken. Wäre ich damals nicht zur Nationalmannschaft eingeladen worden, würde ich vielleicht heute nicht bei Werder spielen", erklärt Harnik, für den es ein zusätzlicher Reiz wäre, im österreichischen Trikot bei der EM 2008 dabei zu sein. "Wann hat man schon einmal die Chance, so etwas im eigenen Land zu erleben?"

 

Die Entscheidung, für welches Land er zukünftig spielen wird, kann theoretisch so lange offen bleiben, bis er das erste A-Länderspiel bestreitet – egal für welches Land. So lange will er jedoch nicht warten. "Nach der U 20-WM im Juli in Kanada werde ich mich entscheiden. Das habe ich mit beiden Trainern so abgesprochen."

 

von Norman Ibenthal (erschienen im WERDER-Magazin 203)

 

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