"Vielleicht hatte die Verletzung aber sogar eine gute Seite. So muss ich mich noch nicht endgültig entscheiden, für welches Land ich später mal spielen möchte", sagt Martin Harnik, der aufgrund seiner deutschen Mutter (Vater ist Österreicher) auch die Möglichkeit hätte, für Deutschland zu spielen. Hier steht er auch schon mit einem dicken Vermerk auf dem Zettel von U 21-Trainer Dieter Eilts. "Es ist eine sehr schwere Entscheidung. Auf der einen Seite bin ich in Deutschland geboren und hier auch aufgewachsen. Auf der anderen Seite kommt meine halbe Familie aus Österreich, ich habe fast alle Ferien dort verbracht und fühle mich diesem Land ebenso verbunden. Außerdem habe ich dem ÖFB viel zu verdanken. Wäre ich damals nicht zur Nationalmannschaft eingeladen worden, würde ich vielleicht heute nicht bei Werder spielen", erklärt Harnik, für den es ein zusätzlicher Reiz wäre, im österreichischen Trikot bei der EM 2008 dabei zu sein. "Wann hat man schon einmal die Chance, so etwas im eigenen Land zu erleben?"
Die Entscheidung, für welches Land er zukünftig spielen wird, kann theoretisch so lange offen bleiben, bis er das erste A-Länderspiel bestreitet – egal für welches Land. So lange will er jedoch nicht warten. "Nach der U 20-WM im Juli in Kanada werde ich mich entscheiden. Das habe ich mit beiden Trainern so abgesprochen."
von Norman Ibenthal (erschienen im WERDER-Magazin 203)