Groß: van Nistelrooy hat mir imponiert

Interview mit Neuzugang Christian Groß
Christian Groß weiß, dass im Training auch Spaß dabei sein muss (Foto: WERDER.DE).
U23
Mittwoch, 04.07.2018 / 17:31 Uhr

Das Interview führte Marcel Kuhnt

Richtet man seine Aufmerksamkeit im Training auf Christian Groß, fällt einem eins direkt ins Auge: der absolute Fokus beim Neuzugang von Werders U 23. Egal, ob bei Passübungen, Torschüssen oder im Abschlussspiel – der Wille, das Optimum aus sich herauszuholen, ist unverkennbar. Doch für den 29-Jährigen ist es mehr als das. „Ich kann überhaupt nicht verlieren. Das gebe ich gerne zu“, sagt der gebürtige Bremer im Interview mit WERDER.DE.

WERDER.DE: Moin, Christian. Erstmals in deiner Laufbahn trägst du das W auf dem Trikot. Für dich ein besonderes Gefühl?

Christian Groß: „Ich glaube mein Lächeln sagt alles aus, oder?"

WERDER.DE: Auf jeden Fall. Das ist als gebürtiger Bremer auch nicht anders zu erwarten…

Christian Groß: „Es stimmt auf jeden Fall, dass es besonders ist. Es fühlt sich gut an, in meine Geburtsstadt zurückzukehren, obwohl meine Eltern und ich damals früh weggezogen sind. Meine Großeltern leben aber immer noch in Bremen. Sie werde ich mit Sicherheit des Öfteren auf einen Kaffee besuchen.“

Geht keinem Zweikampf aus dem Weg: Christian Groß (Foto: WERDER.DE).

WERDER.DE: Die Entfernung nach eurem Umzug von Bremen nach Cloppenburg war aber ja nicht so weit…

Christian Groß: „Sowohl von Cloppenburg, wo ich aufgewachsen bin, als auch von Hamburg ist es nicht so weit. Ich bin ja relativ früh ins Internat des Hamburger SV gezogen. Daher war ich schon raus aus Bremen, aber nie so ganz weg. Trotzdem ist es umso schöner, wieder zurückzukehren.“

WERDER.DE: Bis auf deine zwei Jahre bei Babelsberg 03 (2011 – 2013) warst du immer eher im norddeutschen Raum unterwegs. Ein waschechter Norddeutscher quasi, oder?

Christian Groß: „Definitiv norddeutsch angehaucht (lacht). Es stimmt, dass ich bis auf die Zeit in Babelsberg eher im Norden, in der Nähe meiner Familie, geblieben bin. Das war auch ganz gut so.“

WERDER.DE: Bist du ein Norddeutschland-Fan?

Christian Groß: „Ja, tatsächlich. Vor allem bin ich gerne an der See. Von Hamburg aus, wo ich mit meiner Frau eine Wohnung habe, ist der Weg nach Sankt Peter-Ording zum Beispiel sehr kurz. Da sind wir dieses Jahr schon einige Male gewesen. Aber auch in Bremen gibt es an der Weser schöne Ecken. Da werde ich mir schon meine Örtchen raussuchen, wo man die Zeit verbringen kann.“

WERDER.DE: Wenn der Nachwuchs, der bevorsteht, es zulässt...

Christian Groß: „Bis Ende August dauert es ja noch, bis die Kleine auf die Welt kommt. Aber ich habe mir bei Florian Trinks, der seit kurzem Vater ist, im Trainingslager schon einige Tipps geholt. Er hat mir erzählt, was mich erwartet. Ich kann nur sagen, dass meine Frau und ich uns sehr freuen. Das ist sicherlich eine Erfahrung, die im Leben seinesgleichen sucht.“

Ein echter Held war für mich Ruud Van Nistelrooy.
Christian Groß

WERDER.DE: Eine spezielle Erfahrung anderer Art sind Derbys. Freust du dich schon auf die Spiele gegen Hamburg, Wolfsburg und Konsorten?

Christian Groß: „Klar, Derbys sind immer besonders. Ich hatte das Glück, dass ich bei jeder Station, wo ich war, Derbys spielen durfte. In Osnabrück hatten wir mit den Duellen gegen Meppen, Lotte und Münster, das sehr prestigeträchtig war, einige davon. Das sind schöne Spiele und ich hoffe, dass auch in der Regionalliga die Derbys von den Fans angenommen werden. Gerade weil es das Nordderby in der Bundesliga dieses Jahr nicht gibt.“

WERDER.DE: In solchen Partien ist es wichtig, dass Spieler vorangehen. Wie siehst du deine Rolle im Team?

Christian Groß: „Ich habe mich relativ schnell für diese Aufgabe entschieden, weil es mir Spaß macht, mit jungen Spielern zusammenzuarbeiten und ich ihnen meine Erfahrungen weitergeben möchte. Mein Ziel ist es, den Jungs das Profidasein vorzuleben. Ich möchte sie ermuntern, dass sie sich nicht verstecken müssen, wenn sie bei den Profis mittrainieren, sondern ihre Chancen nutzen. Sie müssen die Einstellung haben ‚Wenn ich oben bin, will ich da bleiben‘. Immer mit dem nötigen Respekt und der dazugehörigen Demut...“

WERDER.DE: Hattest du früher auch so jemanden?

Christian Groß (lacht): „Ja, und das ist witzig für alle Werderaner. In Hamburg war Rafael Kazior dieser Spieler, damals noch beim HSV II. Daher kennen wir uns auch ganz gut. Ein echter Held war für mich Ruud Van Nistelrooy, mit dem ich als Jung-Profi trainieren durfte. Im Endeffekt lernt man von jedem Mitspieler oder Trainer bestimmte Dinge dazu. Selbst jetzt in der U 23 ist das so.“

Christian Groß soll der verlängerte Arm von Trainer Sven Hübscher werden (Foto: WERDER.DE).

WERDER.DE: Wieso gerade Ruud van Nistelrooy?

Christian Groß: „Es war seine Art. Obwohl er in jeder Liga, in der er gespielt hat, ein absoluter Torjäger war, ist er immer auf dem Boden geblieben. Das hat mir imponiert. Er hat in jedem Training hart gearbeitet. Man konnte mit ihm aber auch richtig viel Spaß haben. Das ist ein Erfahrungswert, den ich vermitteln will.“

WERDER.DE: Spaß habt ihr auf jeden Fall im Training. Das sieht man…

Christian Groß: „Ja, wir lachen sehr viel auf dem Platz. Das ist aus meiner Sicht enorm wichtig. Nur so wächst du als Team zusammen und um erfolgreich zu spielen, muss die Chemie in der Mannschaft passen.“

WERDER.DE: Und erfolgreich wollt ihr ja sein, richtig?

Christian Groß: „Grundsätzlich sollten wir die Ambition haben, die oberen Plätze anzugreifen. Damit es vielleicht mit dem Aufstieg klappt, müssen viele Faktoren zusammenkommen. Während einer Saison gehört da das Quäntchen Glück dazu. Ich denke aber, dass wir die ersten fünf Plätzen anvisieren sollten.“

WERDER.DE: Dafür müssen einige Siege her. Verlieren ist nicht so dein Ding hört man...

Christian Groß: „Ich kann überhaupt nicht verlieren. Das gebe ich gerne zu. Ich finde, dass es eine gute Eigenschaft ist. Manchmal ist es beim Spielen mit der Familie etwas schwieriger (lacht), aber auf dem Trainingsplatz will ich immer gewinnen. Alles andere ist zweitrangig. Die Jungs wissen, dass wir vor und nach dem Training viel Spaß zusammen haben können, aber auf dem Platz kommt es darauf an, seine Leistung abzurufen. An den Wochenenden wollen wir schließlich gewinnen, nichts anderes. Daher muss von jedem der Anspruch sein, jedes Trainingsspiel zu gewinnen. Nur das macht uns besser.“

 
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