WERDER.DE: Ein Schwerpunkt der U23 ist die Heranführung junger Spieler an den Bundesliga-Kader. Wie zufrieden bist du mit der Entwicklung des Teams?
Frank Baumann: „Von Anfang an hatten wir eine gute Atmosphäre in der Mannschaft, einen starken Teamgeist und waren gleichzeitig sehr erfolgsorientiert. Dass wir im Endeffekt nicht Meister geworden sind, ist schade. Aber wir haben in erster Linie andere Zielsetzungen, als nur den reinen sportlichen Wert. Da geht es um die Entwicklung der einzelnen Spieler und der gesamten Mannschaft. Auch da kann ich ein sehr positives Fazit ziehen."
WERDER.DE: Wie groß ist der Anteil des Trainer-Duos Skripnik/Frings? Und wie beurteilst du das erste gemeinsame Trainerjahr der beiden?
Frank Baumann: „Viktor Skripnik hat in den letzten Jahren in der U17 schon sehr gute Arbeit geleistet und hat diese in der abgelaufenen Saison als Cheftrainer der U 23 nahtlos fortgeführt. Mit Christian Vander als Torwart-Trainer und Torsten Frings als Co-Trainer wurden zudem zwei Trainerneulinge mit einbezogen, die ihre Aufgabe sehr gut und mit voller Leidenschaft erledigen haben. Das gesamte Trainerteam hat sich schnell eingefunden und sehr gut zusammen gearbeitet. Auch, als in der Winterpause Florian Kohfeldt Co-Trainer der U 23 wurde und Frank Bender ins Leistungszentrum gewechselt ist, harmonierte das Trainerteam super und hat daher einen großen Anteil an der erfolgreichen Spielzeit."
WERDER.DE: Werder war mit 38 Punkten die beste Heimelf, hat zudem gemeinsam mit Wolfsburg die meisten Siege eingefahren. Daran haben Spieler wie Levent Aycicek, Davie Selke und Co. einen großen Anteil. Wie sehr stimmt dich die abgelaufene Saison optimistisch, was die Zukunft der "jungen Wilden" angeht?
Frank Baumann: „Viele junge Spieler haben nochmal einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Es hat uns natürlich auch gefreut, dass schon in der Vorrunde der ein oder andere in der Bundesliga zum Einsatz kam und dort die ersten Erfahrungen sammeln konnte. Wir hoffen natürlich auch, dass da noch mehr dazu kommen. Ich möchte jedoch auch noch einmal auf andere Spieler eingehen, die vielleicht nicht so im Blickpunkt standen. Mir fällt da beispielsweise Torben Rehfeldt ein oder auch ein Oliver Hüsing, der schließlich mit einem Lizenzspielervertrag belohnt wurde. Aber auch Clemens Schoppenhauer, Melvyn Lorenzen, Lukas Fröde oder Richard Strebinger haben sich im Vergleich zum letzten Jahr nochmal deutlich weiterentwickeln können."
WERDER.DE: Wie du bereits erwähntest, konnten einige der Spieler aus dem Kader der U23 in der vergangenen Saison bereits Bundesligaluft schnuppern. Wie schätzt du insgesamt das Entwicklungspotenzial ein und wie schwierig ist es, den Sprung zu den Profis zu schaffen?
Frank Baumann: „Der Sprung vom Jugend- zum Herrenfußball ist schon der schwierigste. Ob es ein Spieler wirklich schafft, hängt immer von mehreren Faktoren ab. Es geht da um die persönliche Entwicklung, die zusätzliche Belastung der Spieler, aber auch um die Tatsache, dass die jungen Spieler beispielsweise auch mal gegen erfahrenere Akteure, die sehr abgekocht sind, antreten müssen. Hinzu kommt noch, dass viele der Spieler parallel die Schule zu Ende machen. Und eine gewisse Portion Glück gehört auch dazu, also ich meine, sie müssen im richtigen Moment da sein, wenn es bei den Profis personelle Veränderungen gibt. Aber ganz wichtig ist, dass die Spieler bereit sind, wenn sich diese Situationen für sie ergeben. Unsere Aufgabe ist es, die Jungs darauf vorzubereiten."