"Gebrauchter Abend" im Derby

Kaum ein Durchkommen: Yannik Jaeschke musste sich mit Werders U 23 dem VfB Oldenburg geschlagen geben.
U23
Donnerstag, 01.01.1970 / 01:00 Uhr

Schon vor dem Anpfiff lief einiges im Stadion „Platz 11" nicht rund. Kurz vor Spielbeginn fiel die Flutlichtanlage aus, nachdem die Hauptsicherung raussprang. Genauso schleppend, wie die Flutlichtanlage wieder in Gang zu bekommen, verlief auch die Anfangsphase der Begegnung. Die Grün-Weißen dominierten zwar die Partie, konnte aber aus den deutlich höheren Spielanteilen kein Kapital schlagen. Die Oldenburger standen kompakt und versuchten überfallartig Angriffe in Richtung Werder-Torhüter Richard Strebinger zu starten.

Im 500. Regionalliga Spiel musste Werders U 23 einen herben Rückschlag um die oberen Tabellenplätze hinnehmen. Trotz der deutlich höheren Spielanteile, mussten sich die Kicker von der Weser mit 2:3 dem VfB Oldenburg geschlagen geben. „Wir haben uns heute nicht viele Chancen aus dem Spiel heraus erarbeitet und waren dadurch nicht in der Lage das Spiel zu drehen. Das war ein gebrauchter Abend", so die ernüchternde Erkenntnis von Werder-Trainer Thomas Wolter nach der Begegnung. 

Wirklich brenzlig wurde es das erste Mal in der 13. Minute, als sich Marnon Busch auf der rechten Seite den Ball erkämpfte und knapp vor der Grundlinie flach in die Mitte zu dem mitgelaufenen Dennis Wegner passte. Dieser fackelte nicht lange aber sein Schuss wurde geblockt. Der Nachschuss aus kurzer Distanz hämmerte Werders Nummer 7 dann an das Außennetz. Gleich im Gegenzug gab der VfB die Antwort - und was für eine: Stürmer Julian Lüttmann wurde lang geschickt und setzte sich im Laufduell gegen Clemens Schoppenhauer mit seiner ganzen Erfahrung durch und behauptete den Ball. Unter Bedrängnis vor Richard Strebinger angekommen, behielt der Kapitän dann die Nerven und überwand den Werder Keeper mit einem gekonnten Heber (13.). Werder schien den Gegentreffer nur schwer zu verkraften. Nur einige Minuten später erhöhte Julian Lüttmann auf 2:0: Dieses Mal setzte sich der 30-Jährige in der Luft durch und beförderte eine Flanke per Kopf in den oberen rechten Winkel (16.).

Werder verkürzt auf 1:2 

Nur wenige Angriffe später schlugen die Werderaner zurück: Onel Hernandez hatte freie Bahn auf der linken Seite und sprintete mit der Kugel bis zur Grundlinie, mit viel Übersicht spielte er in den Rückraum, wo Johannes Wurtz auf den Ball lauerte. Der 20-Jährige nahm das Leder direkt und schoss Dennis Wegner im 16er des VfB an, so dass die Kugel ohne jegliche Abwehrchance in das Tor von Oldenburg abgefälscht wurde (21.). Werder schien nun in der Partie angekommen, doch immer wieder schlichen sich individuelle Fehler im Spielaufbau, die Oldenburg zu wissen nutzte. Nach einem unnötigen Fehler im Mittelfeld konterten der VfB über Kapitän Julian Lüttmann, der den Ball in den 16er geben wollte - doch Werders Hintermannschaft klärte im letzten Augenblick zur Ecke. Die anschließende Ecke nutzte jedoch Oldenburgs Nummer 10, Daniel Bauer sehenswert: Der Rechtsfuß zirkelte den Ball von der rechten Eckfahne direkt auf den langen Pfosten, von wo aus er im Netz landete (26.). Im Anschluss fand Werder kein wirkliches Mittel, um die Hintermannschaft Oldenburgs unter Druck zu setzen. Bis zur 40. Minute dauerte es, ehe Bremen wieder zu einer Torchance kam. Nach einem Freistoß von Florian Trinks wurde die Kugel zunächst noch aus der VfB-Gefahrenzone befördert. Der Ball kam aber postwendet auf den sträflich alleine gelassenen Clemens Schoppenhauer zurück, der den Ball wuchtig auf das Tor köpfte - doch VfB -Keeper Mansur Faqiryar streckte sich und entschärfte den Ball noch gerade so mit den Fingerspitzen (40.). Kurz vor der Halbzeit bekam dann auch nochmal Bremens Spielmacher Florian Trinks die Möglichkeit zu verkürzen, aber sein Kopfball, nach einer Herandez-Flanke, hatte einfach zu wenig Druck, so dass Oldenburgs Schlussmann damit überhaupt keine Probleme hatte.

Werder-Coach Thomas Wolter reagierte in der Halbzeitpause und brachte Sandro Stallbaum für Malte Grashoff.  Von nun an wirkte die Bremer Hintermannschaft stabiler, konnte aber in der Offensive weiterhin kaum Akzente setzen. Folglich wurde es lediglich über Standardsituationen gefährlich. Florian Trinks versuchte es mit einem Freistoß und zirkelte die Kugel von der linken Strafraumgrenze auf das lange Eck. Der VfB-Keeper kam aber gerade noch so mit einer Faust an den Ball und lenkte das Spielgerät zur Ecke (64.). Auf der Gegenseite versuchte es Oldenburg aus der Ferne: Der Distanzschuss von Darius Winkelmann ging knapp am Werder-Kasten vorbei (65.).

Kritische Phase 

Es folgten einige für Aufsehen erregende Szenen in der restlichen Spielzeit: In der 66. Minute fiel Florian Trinks im Strafraum der Blau-Weißen zu Boden, doch Schiedsrichter entschied sich dafür, das Spiel laufen zu lassen (66.). Fünf Minuten später wurde dann Onel Hernandez nach schönen Dribbling von hinten im 16er der Gäste umgegrätscht, doch wieder blieb völlig überraschend der Pfiff aus. In der 72. Minute war es wieder Florian Trinks, der auf dem kalten grünen Rasen aufschlug, nachdem ihn der Oldenburger Keeper Mansur Faqiryar umstieß. Dieses Mal pfiff der Schiedsrichter und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Kapitän Felix Kroos übernahm die Verantwortung und verwandelte ganz cool zum 2:3 (71.). Danach wurde die Partie immer kampfbetonter, worunter die Spielqualität litt. Fünf Minuten vor Spielende kam Dennis Wegner nochmal zum Abschluss, nachdem er eine flache Hereingabe von dem eingewechselten Martin Kobylanski erhalten hatte, aber sein Schuss aus der Drehung verfehlte knapp sein Ziel (85.). Auch die letzte Chance der Partie, hatten die Grün-Weißen: Aber Martin Kobylanskis Freistoß aus 24 Metern war eine leichte Beute für VfB-Schlussmann Mansur Faqiryar.

„Wir haben uns heute viel zu viele individuelle Fehler geleistet, die zu Toren geführt haben. Zudem haben wir als Mannschaft heute nicht die richtigen Mittel gefunden, die Partie zu drehen", so der eingewechselte Sandro Stallbaum nach der Partie enttäuscht. Auch Johannes Wurtz machte deutlich, dass er unglücklich über den Ausgang der Begenung war: „Das war ein bitteres Spiel, in dem wir spielerisch besser waren. Aber die Oldenburger haben gekämpft und aggressiv dagegen gehalten."

Manuel Cassens 

Werder Bremen: Strebinger - Busch, Kroos, Schoppenhauer, Röcker -
Grashoff (46. Stallbaum), Jaeschke (59. Kobylanski)- Hernandez, Trinks, Wurtz - Dennis Wegner

VfB Oldenburg: Faqiryar - Petersen, Wegener, Halke, Tönnies - Videgla, Köster (73. Alexander Baal), Tobias Bauer, Daniel Bauer - van Humbeeck (46. Aidara), Lüttmann (50. Winkelmann)

Tore: 0:1 Lüttmann (13.), 0:2 Lüttmann (16.), 1:2 Dennis Wegner (21.), 1:3 Daniel Bauer (26.), 2:3 Kroos (71. Foulelfmeter)

Gelb: Wurtz, Trinks (beide Werder) - Halke, Daniel Bauer (beide Oldenburg)

Schiedsrichter: Dirk Wijnen (Hannover)

Stadion „Platz 11": 1121 Zuschauer

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